Öffentliche Anfrage an Bundeskanzler Helmut Schmidt!

Heinrich Schirmbeck, Januar 1981

Öffentliche Erklärung in Form einer Anfrage, gerichtet an den
Bundeskanzler Helmut Schmidt. In Sachen Stationierung von
Pershing II-Mittelstrecken-raketen und Cruise Missiles auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland;

Verteidigung und Koordinierung der Befehlskompetenzen innerhalb der NATO (Schlüssel-System) im Falle eines geplanten Einsatzes dieser Waffen;
Frage eines diesbezüglichen Veto-Rechtes der Bundesrepublik.

Sehr geehrter Her Bundeskanzler!
Im Anschluss an die diversen Zuschriften des Erstunterzeichners in Sachen Nachrüstungsbeschluss und Friedenssicherung darf ich mich heute noch einmal an Sie wenden, und zwar u.a. auch im Zusammenhang mit der in den letzten Wochen und Monaten unter der Drohung des noch nach dem neuen amerikanischen strategischen Konzept (Direktive 59) wieder für möglich gehaltenen „ersten Atomschlages“. Die neu belebte Diskussion um den Plan einer kernwaffenfreien Zone in Mitteleuropa, der ja bereits 1957 von dem damaligen polnischen Außenminister Rapacki der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterbreitet wurde. Dieser Plan nahm auch die ursprünglichen Vorstellungen wieder auf, die nach Kriegsende, ehe es zur Wiederbewaffnung der BRD kam, über eine künftige deutsche Friedenspolitik die, die internationale Diskussion beherrschten.
In seiner Grundkonzeption deckte sich der Rapacki-Plan, wenn auch nicht vollständig doch so weitgehend mit den Forderungen und Zielsetzungen der gegenwärtigen Friedens- und Abrüstungsinitiativen in der BRD, z.B. der Forderung nach dem Abzug aller fremden Truppen von beiden deutschen Staaten; Bündnisfreiheit; Neutralität; Entfernung aller ABC-Massen-vernichtungswaffen von Boden beider deutschen Staaten; Abschaffung und Verschrottung aller Angriffswaffen; Verbot jeglichen Waffenexportes etc. Die Zielsetzungen solcher Vereinigungen wie DFU, Koordination Ökologie und Frieden, Die Grünen, BBU, DFG/VK, Komitee für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit, Komitee für Grundrechte und Demokratie und vieler anderer mögen in Einzelheiten voneinander differieren: Im Grundsätzlichen, nämlich in der Ablehnung der Stationierung von atomaren und sonstigen Massen –Vernichtungs-Waffen, der Forderung nach Abrüstung und Neutralität sind sie leicht auf ein gemeinsames Grundsatzprogramm zu koordinieren. Das entspräche auch dem Ergebnis einer im II. Halbjahr des Emnid-Institutes, wonach 43% der Bundesbürger sich für Neutralität der BRD zwischen DEN Amerikanern und den Sowjets ausgesprochen haben. Diese 43% Anhänger einer unabhängigen, bündnisfreien deutschen Friedenspolitik sind im Bundestag nicht durch einen einzigen Abgeordneten vertreten!

Ein wahrhaft absurder Zustand, der nicht für eine dem Volkswohlwollen entsprechende Funktionsfähigkeit der sogenannten parlamentarisch-repräsentativen Demokratie spricht.

Die gegenwärtige deutsche Friedensbewegung nimmt die Vorstellung, der damals in dieser Frage noch einmütigen Alliierten nach Kriegsende über eine vollständige Entmilitarisierung und Neutralisierung Deutschlands wieder auf. Die UdSSR bot in den 50ziger Jahren die Wiedervereinigung, Entmilitarisierung und Neutralisierung Deutschlands an.

Adenauer machte durch seine Wiederaufrüstungs-Politik, seine einseitige Bindung an die USA diese Möglichkeit, die uns Sicherheit, Frieden und Unabhängigkeit garantiert hätte, zunichte.

Unter dem Eindruck der gegenwärtigen Zuspitzung der Ost-West-Konfrontation, der neuen amerikanischen Atomrüstungs-Strategie, der Unterminierung der atomaren Parität durch Erwägungen des Pentagons, einen atomaren Erstschlag zu riskieren etc., wird immer mehr besorgten Deutschen klar, dass unsere Sicherheit und Überlebungschancen nicht einseitig auf dem riskanten Fundament einer hegemonistischen amerikanischen Interessen-, Rohstoff- und Energiepolitik beruhen können.

Die Sicherheitspolitik der BRD weiterhin an eine solche gefährliche Strategie zu ketten, könnte zum atomaren Untergang Deutschlands führen. In diesem Augenblick zeigt sich deutlich, wie lebenswichtig es für unsere Zukunft gewesen wäre, wenn die wiederholten Angebote der UdSSR, Mitteleuropa zu einer neutralen, kernwaffenfreien Zone zu machen, um so den USA nicht die Möglichkeit zu geben, einen nuklearen Schlagabtausch unter Umständen unter Schonung ihres eigenen Areals zunächst in Europa stattfinden zu lassen, vom Westen aufgegriffen worden wäre. Zumindest hätten diese Angebote auf ihre Ernsthaftigkeit hin geprüft werden müssen.

Wenn die Sowjetunion nicht mehr wie bisher im Rahmen der paritätisch-nuklearen Globalstrategie nur von amerikanischen Boden, sondern auch von dem westeuropäischen und insbesondere von dem west d e u t s c h e n NATO- Areal aus vernichtet werden kann, entsteht eine völlig neue Sicherheitssituation für uns Deutsche beiderseits der innerdeutschen Grenze, für deren Bewältigung die bisherigen Konzepte nicht mehr ausreichen.

Die Durchführung des sogenannten NATO-Nachrüstungsbeschlusses vom Dezember 1979 könnte bei einer plötzlichen Zuspitzung der Ost-West-Konfrontation – Beispiele haben wir im vergangenen Jahr erlebt und Sie selbst waren es, der die Situation mit derjenigen vor Ausbruch des ersten Weltkrieges verglich! – die Sowjetunion geradezu zwingen (und amerikanische Militär-Experten wie Daniel Ellsberg u.a. sehen das nüchtern und klar), Erwägungen darüber anzustellen, ob die Ausschaltung der dann in der BRD stationierten Pershing II und Cruise Missiles durch einen atomaren Präventivschlag nicht in ihren fundamentalen Überlebensinteresse läge. Die Ausführung einer solchen für die UdSSR in gewissem Sinne als defensiv einzustufende Absicht würde unsere totale Vernichtung bedeuten. Denn die geplante Stationierung amerikanischer atomarer Mittelstrecken-Raketen bedeutet andererseits für die USA die Möglichkeit und Verlockung, sich ihres sowjetischen Gegners nicht vom eigenen Areal aus, sondern von deutschen Boden aus unter kaltblütiger Aufopferung ihres deutschen „Vasallen“ zu entledigen. Eine solche Möglichkeit müsste uns notwendigerweise zum Ziel eines russischen atomaren Präventivschlages machen.

Was das bei unserer Bevölkerungsdichte und der Gespicktheit unseres Staatsgebietes mit Kernkraftwerken bedeuten würde, brauche ich nicht auszumalen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die auch Ihnen, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sicherlich bekannten Enthüllungen des früheren amerikanischen Präsidenten-Beraters und ranghohen Beamten und Experten des Pentagons, Daniel Ellsberg, der vor der Weltpresse die neue offensive, auf atomare Überlegenheit und die Fähigkeit zum Erstschlag setzende und damit die bisherige Konzeption des Gleichgewichts der gegenseitigen Abschreckung aufgebende Atomstrategie bloßstellte.

Die Rolle West- und Mitteleuropas im Schlepptau der USA müsste unter den neuen Voraussetzungen völlig neu durchdacht werden. Wenn z. B. vor einiger Zeit der jetzt abtretende Präsident Carter und zu Beginn der Dezember-Tagung der NATO der US-Verteidigungsminister Harold Brown verlauten ließen, im Notfall würden die USA zur Verteidigung Mittel- und Westeuropas auch Atomwaffen einsetzen, so müsste doch zunächst einmal klargestellt werden, von w e l c h e m Areal aus diese Nuklearwaffen eingesetzt werden sollen, von amerikanischem oder vom europäischem, das ist schließlich die K a r d i n a l – Frage!

So brüderlich und solidarisch eine solche Verteidigungsabsicht klingt, so muss doch gefragt werden, in w e s s e n Hauptinteresse sie liegt, ob im europäischen oder amerikanischen?

Schon oft in der Weltgeschichte wurde der Verteidigte das Opfer der Verteidigungsmaßnahmen der Verteidiger. Eines ist klar: amerikanische Nuklearwaffen zur Verteidigung Mitteleuropas von e u r o p ä i s c h e m Boden aus eingesetzt, bedeuten eben n i c h t den Schutz Europas, sondern eine atomare Zerstörung und zugleich die Schonung der USA, die wieder einmal mit einem blauen Auge davonkämen. Die Frage ist: wer schützt die Vallen im blitzschnellen Ernstfall vor dem todbringenden „Schutz“ des über die Vernichtungswaffen verfügenden Bündnispartners? Diese Frage müßte vor der Bevölkerung offen ausdiskutiert werden. Stattdessen werden beruhigende Geheimnisschleier verhängt.
Wir wiederholen: der Nachrüstungsbeschluss der NATO auf dem Gebiet der Mittelstreckenraketen erfordert ein völlig neues Durchdenken unserer strategischen Situation, eine Klärung der Prioritäten und Auslösemechanismen im Bündnis, eine Klärung der Frage: wer verteidigt eigentlich wen im Ernstfall? Wer hat die Verfügungsgewalt über die auf europäischem Boden stationierten Atomraketen, d. h. wer bestimmt, ob sie eingesetzt werden oder nicht? Verfügt die NATO als Ganzes über sie oder sie USA allein? Hat im Konfliktfall USA-UdSSR die BRD ein Veto-Recht, falls sie sich nicht zum atomaren Prügelknaben der USA machen lassen möchte? Wenn ja, wo ist dieses Veto-Recht festgelegt? Wie funktionieren im Ernstfall die atomaren Befehls-, Koordinierungs- und Aus- löschungs-mechanismen zwischen den USA und den europäischen Verbündeten? Wie könnte ein Veto-Recht im Ernstfall, wenn es wie in Europa, um wesentlich verkürzte Vorwarnzeiten geht, überhaupt befehlsstrategisch praktiziert werden?

Ein solches Veto-Recht wäre ja doch Ausdruck der Souveränität der Bundesrepublik innerhalb der Grenzen des Bündnisses. Ist eine solche Souveränität angesichts der Tatsache, dass das Verhältnis beider deutscher Teilstaaten zu den ehemaligen Kriegsgegnern bis heute nicht aufgrund von Sonderverträgen mit den ehemaligen Feindstaaten des jeweiligen Bündnisbereiches geregelt ist, gegeben oder nicht?
All diese Fragen und äußert komplexen Sachverhalte, deren Ungelöstheit uns in der blitzschnellen Entscheidungssequenz eines möglichen Atomkonfliktes zum absoluten Verhängnis werden könnten, müssten vor der Öffentlichkeit rückhalts- und schonungslos offengelegt und ausdiskutiert werden. Das allein wäre wahre Demokratie, falls dieser Begriff überhaupt noch irgend einen menschengemäßen Sinn beinhaltet. Strategische Geheimniskrämerei und Generalstabs-Kompetenz ist im Falle der Atomstrategie ein Verbrechen n denen, die angeblich verteidigt werden sollen.
Bitte, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, hören Sie aus diesem Brief keinen ideologischen Zungenschlag heraus. Das wäre eine totale Fehldeutung. Das Klima politischer Kommunikation ist in der Bundesrepublik leider ideologisch derartig vergiftet, dass Kritik an der westlich orientierten Vasallentreue – auch Kritik im Interesse nationaler Selbsterhaltung – sofort mit Moskau-Hörigkeit gleichgesetzt wird. Wir schätzen das Hegemoniestreben b e i d e r Weltmächte realistisch ein und verurteilen es. Wird es nicht bald durch eine Politik beiderseitiger Selbstbeschränkung, Friedenssicherung und Kooperation im Interesse internationaler Gerechtigkeit und ökonomischen Ausgleichs zwischen Nord und Süd ersetzt, scheint die Katastrophe früher oder später unausweichlich. Kritik und esorgnis eines Bundesbürgers, dessen Land dem westlichen Bündnis angehört, kann und muss sich natürlich aufgrund der Gegebenheiten gegen Inkongruenzen selbstzerstörerische Vasallen-Fallgruben und hegemonistisch-bevormundende Strategien der Vormacht (Strategien, die im Ernstfall die Opferung der Mitläufer, die wir in diesem Fall sind, bedeuten könnten) innerhalb des nun einmal bestehenden Bündnisses richten. Bei einem Polen gingen die Fragen und die Kritik an die andere Interesse.

Immerhin ist an einem historischen Faktum nicht zu rütteln, die einzige Macht auf dieser Welt bisher, die ohne militärische Notwendigkeit Atomwaffen gegen einen bereits kapitulationsreifen Gegner einsetzte und damit Hunderttausende der qualvollen atomaren Vernichtung preisgab, die einzige Macht, die das gleiche in den fünfziger und sechziger Jahren zuerst im Korea- und später im Vietnam-Krieg (wie durch die Kuba-Krise) ernsthaft in militärische Erwägung zog – von dem Gräueln des bestialischen Vietnam-Krieges ganz abgesehen – sind die USA und nicht die UdSSR! Dieses Faktum steht uns mit allen möglichen Implikationen immer vor Augen!
Mit einer solchen Macht im Bündnis zu stehen, erweckt in Kriesenzeiten jene Ängste, die Gegenstand dieses Briefes sind. Ein neutrales, atomwaffenfreies Mitteleuropa würde uns von diesen Ängsten befreien. Zumindest der atomare Nachrüstungsbeschluss der NATO, dessen Risiken in erster Lage die Bundesrepublik tragen soll, darf unter keinen Umständen verwirklicht werden. Dagegen wehren wir uns und wir wissen, dass sich viele andere mit uns dagegen wehren werden.
Herr Bundeskanzler, denken Sie an Ihren Amtseid, mit welchem Sie sich auf das Wohl und die Weiterexistenz der Bundesbürger verpflichtet haben. Wir Deutschen möchten nicht das atomare Leichenfeld der USA und der NATO im Interesse amerikanischer Welthegemonie werden, ebenso wie die Völker des Warschauer Paktes sich gegen die entsprechenden Plane der UdSSR wenden würden.
20.1.1981 Mit freundlichen Grüßen

gez. Heinrich Schirmmbeck
Dem Brief des Schriftstellers Heinrich Schirmbeck haben sich bisher durch ihre Unterschriften angeschlossen:
Prof. Dr. Dorothea Sölle, Prof. Dr. Robert Jungk, Prof. Dr. Ossip K. Flechtheim, Hartmut R. Fondermann, Gösta von Uexküll, Carl Amery, Eva Quistorp, Dr. Reinhard Opitz.
Die Bürgerinitiative Frieden durch Neutralität hat am 21. Januar dieses Jahres sämtlichen Abgeordneten des Bundestages den Brief des Schriftstellers Heinrich Schirmbeck an den Bundeskanzler zur Kenntnis gebracht.

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Die Heinrich Schirmbeck FriedensUniversität eG und Ihre Ziele!

Das Werk von Heinrich Schirmbeck, nicht nur literarisch aufgearbeitet, gibt sehr viel Spielraum für Interpretation!

Doch noch mehr Spielraum für Agitation!

Abgeleitet aus seiner Arbeit für die Friedensbewegung Deutschlands zu deren Mitbegründern er zählte, aber auch aus seiner Arbeit für die Partei „Die Grünen“ an deren Mitbegründung er einen hohen Anteil hatte!

Dies alles, aber auch seine literarischen Werke und seine von vielen bekannten Medienanstalten publizierten Rundfunkessayen, zeichnen Heinrich Schirmbeck als Universialisten.

Dass auch die Kriegsereignisse auf den Bildungsweg Heinrich Schirmbeck`s einen erheblichen Einfluss hatten, konnten wir Jahr des 100. Geburtstags von Heinrich Schirmbeck in der Ausstellung zum Leben und Werk sehr anschaulich in der Wissenschaftsstadt Darmstadt deren Bild auch Heinrich Schirmbeck nicht nur mitgetragen, sondern auch mit geprägt hat, sehr anschaulich präsentieren!

Die Ausstellung die in der Universitäts- und Landesbibliothek der TU-Darmstadt durchgeführt wurde, hat natürlich auch die Nähe zur Wissenschaft, Forschung, Lehre, aber auch zur Natur noch einmal sehr deutlich aufgezeigt.

Sein Werk – für eine Welt der Hoffnung – hat uns im Verlauf dieser Periode noch intensiver in unserem Vorhaben gestärkt, die Heinrich Schirmbeck FriedensUniversität als eG ins Leben zu rufen.

Die Aufgabestellungen und auch  die Schwerpunkte haben wir schon in der für die Universität eingerichtete WORDPressSeite beschrieben.

https://heinrichschirmbeck.wordpress.com/

Natürlich ist das noch nicht alles was wir dazu sagen können und sagen werden.

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Zur Zielsetzung der Heinrich-Schirmbeck-FriedensUniversität eG

>>Wir vertreten die Auffassung, dass die nachstehend aufgeführten Aktionsrichtlinien eine ausgezeichnete Grundlage für die Bewältigung der Probleme, Herausforderungen und Möglichkeiten der wissenschaftlichen Forschung darstellen und gleichzeitig die Förderung bestehender und neuer Partnerschaften auf nationaler, internationaler Ebene und zwischen allen im wissenschaftlichen Bereich Tätigen unterstützen. Diese Forschungsaktivitäten und Partnerschaften müssen sich an den Bedürfnissen, Wünschen und Wertvorstellungen der gesamten Menschheit orientieren und im Sinne eines dauerhaften Friedens, der Gerechtigkeit und der nachhaltigen Entwicklung die Natur achten und künftige Generationen einbeziehen.

<< Zitat aus der Präambel der Agenda (s.u.).

In diesem Sinne wird die Heinrich-Schirmbeck-FriedensUniversität ihre Bildungsziele, Methoden und Lehrpläne gemeinschaftlich gestalten.
Wir wählen diese andere Herangehensweise, um im Sinne der „Agenda für die Wissenschaft“ der UNESCO (1999) dem Frieden und unserer Zukunftssicherung zu dienen.

Wir verwirklichen bereits mit der Genossenschaft die enge Verflechtung von Studieren, Lehren und Forschen. Unsere Mitglieder handeln selbstbestimmt und selbstverantwortlich für die Gemeinschaft.

Und diese Gemeinschaft ist größer als die Zahl der Mitglieder der Genossenschaft: die Wissenschaften, die Forschung und die Lehre dienen dem Wohlergehen der gesamten Menschheit in ihrer natürlichen Umwelt:
Frieden, Zukunft, Ökologie & Ökonomie

Dabei vergessen wir auch nicht unsere gemeinsame Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
Die FriedensUniversität ist der Achtung der Würde der Menschen genauso verpflichtet wie der Achtung der Grundrechte im globalen Zusammenhang.

So werden wir den von Heinrich Schirmbeck erarbeiteten Weg der Brücke zwischen „The Two Cultures“ fortsetzen und mit der „Third Culture“ verbinden:
Schirmbeck vereinte in seinem Lebenswerk die Literatur mit den (Natur-)Wissenschaften. John Brockmann führte 1995 den Begriff der „Dritten Kultur“ ein, der Hegels Realphilosophie sehr nahe steht.

Die Initiatoren der
Heinrich-Schirmbeck-FriedensUniversität eG
im August 2017

 
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Wir bedienen weder Ideologien noch Eitelkeiten

Mit der Gründung einer genossenschaftlichen Universität beschreiten wir als Pioniere wie auch mit dem Projekt HUMAN EDEN | die Eine geeinte Welt,  einerseits absolutes Neuland, andererseits würdigen wir mit Heinrich Schirmbeck einen Literaten, einen Wissenschaftler, einen überzeugenden Vordenker und Mahner.

In seinen Denkansätzen und seiner Universialen Weitsicht war er seiner Zeit stets weit voraus.

Ohne Rücksicht auf Ideologien und Eitelkeiten vernetzte er seine Denkansätze und seine philosophisch-ethischen Wertvorstellungen in ein komplexes Gesamtwerk seines Lebens.

Ein beeindruckendes gelebtes „Gesamt-Kunst-Werk“, dessen von ihm selbst zu Papier gebrachten Gedanken wir nachlesen können, dessen aktive Beteiligung an diversen Prozessen der Willensbildung wir nicht nur aus Beschreibungen, Beobachtungen und Erinnerungen von Zeitgenossen erfahren können, dessen Auswirkungen wir heute nicht ermessen nur ermessen und auch nicht nur lediglich würdigen können und werden.

Frau Helga Willuweit-Schirmbeck begleitete ihn und schildert uns aus ihrer gemeinsamen Zeit mit Heinrich Schirmbeck:

DSC_5049 - Kopie

„Heinrich Schirmbeck hat Ende der 70ziger Jahre sein literarisches Lebenswerk abgeschlossen, weil für ihn nun die großen Menschheitsfragen mehr bedeuteten als Prosaminiaturen.

Mit seinem Mut, seiner Uneigennützigkeit und Unbestechlichkeit hätte er eigentlich eine der zentralen Bezugspersonen der Friedens- und Ökologiebewegung werden können, wenn dies nicht längst über ihren Gruppenhickhack und über ihren Versuchen parlamentarischen Mitspielens und Mitlaufens vergessen gehabt hätte, was sie einmal war und wollte.

Mit Petra Kelly war Schirmbeck eng befreundet und schrieb für sie Aufrufe und Artikel. Als einer der ersten hat H. Schirmbeck die FRIEDLICHE NUTZUNG DER ATOMENERGIE FUNDIERT IN FRAGE GESTELLT.

Als einer der wenigen Aufrechten aus der literarisch wissenschaftlichen Szene war er schon Ende der 70ziger Jahre für Blocküberwindung und für eine neutrales konförderiertes Deutschland eingetreten, als dies noch ebenso unpopulär wie unbequem war.

Er hat sich nie gefragt, ob es allen recht war, was er tat. So kann man ihn nicht einfach nur als Vertreter der Intellektuellen Szene betrachten, sondern als Botschafter von HUMAN EDEN | der Einen geeinten Welt.

Er hat sich nie Gedanken gemacht, ob etwas für ihn persönlich dabei herauskam.

Er hat sich selbst, den Regierenden und allen Menschen stets jene Frage gestellt, die für Theodor Storm den freien Menschen vom freiwilligen Knecht unterscheidet: „WAS KOMMT DANACH?“

Zu Heinrich Schirmbecks literarischen Meister-Werk sagt sie:

„Ärgert dich dein rechtes Auge“ ist ein Roman des Lichtes und hier spielt die Doppelnatur des Lichtes als glänzendes Symbol die Hauptrolle.

Die Lichtphysik führt zu einer Lichtmetaphysik.

Licht und Materie verhalten sich wie das göttliche Urlicht zum [Sündenfall] des materialisierten Lichtes. Das Auge (physikalisch gesprochen) wird zum Organ der ständig herabgekommenen Materialität. „Um das Göttliche Licht“ zu sehen, muss man wieder in den Schoß der Blindheit zurücktreten. So war wohl auch Christus fürchterlicher Ratschlag vom auszureißenden Auge zu verstehen.

Dieser Roman ist ein großartiger literarischer Versuch in die Abgründe unserer modernen Städte zu tauchen. Ohne Zweifel ein faustisches Buch und vielleicht besteht Heinrich Schirmbecks Anliegen darin, uns den Spiegel vorzuhalten und durch Schocks zum Nachdenken zu zwingen.“

Ein weiterer Augenzeuge des Wirkens von Heinrich Schirmbeck: Robert Jungk sprach:

„Wer dieses große geistige und künstlerische Experiment verstehen will, darf sich nicht auf isolierte Betrachtung von Zitaten begnügen, sondern muss sich auf den Schauplatz des Ereignisses selbst begeben, muss dieses Nebeneinander und Miteinander von Kühnheit und Reife als Gesamterlebnis in sich aufnehmen, um erschüttert und zum Weiterdenken angeregt zu werden. Das ist es ja, was Heinrich Schirmbeck mit einer Inbrunst aus tiefen Herzen verkündet – wie meines Wissens kein Deutscher seit Hölderlin: ALLES GETRENNTE MUSS SICH WIEDERFINDEN!!

Wird sich das deutschsprachige Leserpublikum dieser Leistung würdig erweisen??“

Das britische und amerikanische Leserpublikum feierte Heinrich Schirmbecks Roman.

Es feierte nicht mehr den Friedensaktivisten und Kritiker der militärischen und/oder der zivilen Nutzung der Kernkraft.

UNS ist dies allerdings Anlass genug die HEINRICH-SCHIRMBECK-freie und friedens-UNIVERSITÄT im Rahmen einer als genossenschaftlichen Einrichtung begründeten Schirmbeck Institute eG über das Erfahren und Erkennen hinaus zu errichten um diesem Gesamt-Lebens-Werk „Für eine Welt der Hoffnung“ und ein „Weltgleichgewicht des Vertrauens“ gerecht zu werden.

Wir nehmen heute nach den feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Literaten, Friedens- und Umweltaktivisten und mitbegründer der Partei „die Grünen“ Deutschlands, diese Erkenntnisse zum Anlass, nicht nur dass zu würdigen was Heinrich Schirmbeck ausmacht, sondern auch das Bewusstsein für seine „Andere Denk- und Handlungsweise zur Lösung der Probleme unserer heutigen Zivilisation, als die zu diesen Überhaupt führte“ in Wirtschaft, Gesellschaft und globale soziale Lebensgemeinschaft“ zu schärfen!

Friede als Produktivgut eines der essentiellen Botschaften, die Ihn mit Dag Hammarskjöld, Nelson Mandela, und anderen unstreitbaren Friedensbotschaftern in unseren Augen gleichstellt.

Wir begrüßen in diesem Sinne alle begeisterten MIT-UnternehmerInnen, die uns begleiten, fordern und fördern mögen!
Die Initiatoren der
Schirmbeck Institute eG
die im Verlaufe mit der Errichtung der
Heinrich Schirmbeck freie- und FriedensUniversität beauftragt ist.
im Juni 2017
Ergänzt im September 2018
sowie des Projektes

HUMAN EDEN | die Eine geeinte Welt