„Literatur wie ich Sie verstehe“ Heinrich Schirmbeck

Heinrich Schirmbeck: „Literatur wie ich sie verstehe, ist kein beziehungsloses Wortkunstwerk, sondern in ihrer potentiell-zeugenden Struktur ein das Leben mitgestaltendes Element der Welt. In diesem Sinne bekenne ich mich zur untrennbaren Einheit von Leben und Werk des Autors. Das Grundkriterium aller Literatur ist für mich die Wahrheit. Diese Wahrheit aber kann sich sowohl für den Autor als auch für den Leser nur aus der Zusammenschau von Text und Intention ergeben. Das heißt: die existentielle Situation des Autors, die notwendigerweise im Vorhinein seine Weltsicht mitbestimmt, formt auch die Wahrheit und Überzeugungskraft seines Werks. Der Text an sich ist lediglich ein schillernder Komplex unendlicher Ausdeutungen. Seine Bestimmtheit gewinnt er erst in dem existentiellen Kontext, in den er einverwoben ist“.

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 Heinrich Schirmbeck: „Die Literatur und die Ethik des Lebens“
Die gegenwärtig noch andauernde Phase des Güterüberflusses, wie wir ihn in der westlichen Industrie-Gesellschaft erleben kann nur eine illusionäre Übergangsphase sein. Wenn wir künftig in einer befriedeten Welt leben wollen, werden wir nicht umhinkommen, den Menschen der unterentwickelten Länder dabei zu helfen, eine Infrastruktur aufzubauen, die für ausreichende Nahrungs- und Güterproduktion erforderlich ist.
Diese Hilfe werden wir nicht ohne eigene Einschränkungen leisten können. Dem Zeitalter des Überflusses wird ein Zeitalter der internationalen Anstrengung, des Verzichts und Opfers, mit anderen Worten:
Ein Zeitalter kooperativer Investitionen zu Lasten des eigenen Konsums folgen müssen, falls die Welt nicht im Chaos eines globalen Klassenkampfes der Elenden, der Hungernden und Entrechteten gegen die Satten Verschwender versinken will. Die Verbreitung atomarer Technologie, die die Fähigkeit zur Herstellung militärisch verwendbaren Spaltmaterials einschließt gibt dieser Zukunftsaussicht einen düsteren Aspekt.
Die in der Zukunft notwendig werdenden Beschränkungen der Reichen für die Armen wäre dann die selbstgewählte Askese. Hier böte sich die Gelegenheit zur Entfaltung all der ehemaligen Tugenden wie Nächstenliebe, Selbsthingabe, Ritterlichkeit, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Ich-transzendenz im Dienste des Weltfriedens.
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Das Zeitalter der Masse ist das Zeitalter ohne Liebe, weil es das Zeitalter des Vermischten, des Undeutlichen, des Amorphen ist. Die Dinge sind deshalb gestaltlos geworden, weil sie potentiell atomisiert sind. Eine bloße Zusammenballung von Atomen ist immer amorph, gestaltlos; Was eigentlich gestaltet sein sollte, tritt uns aber nur deshalb als Amorphes entgegen, weil wir selber bereits atomisierte Masse sind. Das ist eine der geheimen Entsprechungen unserer Zeit
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