Heinrich Schirmbeck: Die Literatur und die Ethik des Lebens

Ein Gastbeitrag von Helga Willuweith-Schirmbeck

Heinrich Schirmbeck: Die Literatur und die Ethik des Lebens

Die gegenwärtig noch andauernde Phase des Güterüberflusses, wie wir ihn in der westlichen Industrie-Gesellschaft erleben kann nur eine illusionäre Übergangsphase sein. Wenn wir künftig in einer befriedeten Welt leben wollen, werden wir nicht umhinkommen, den Menschen der unterentwickelten Länder dabei zu helfen, eine Infrastruktur aufzubauen, die für ausreichende Nahrungs- und Güterproduktion erforderlich ist.

Diese Hilfe werden wir nicht ohne eigene Einschränkungen leisten können. Dem Zeitalter des Überflusses wird ein Zeitalter der internationalen Anstrengung, des Verzichts und Opfers, mit anderen Worten:

Ein Zeitalter kooperativer Investitionen zu Lasten des eigenen Konsums folgen müssen, falls die Welt nicht im Chaos eines globalen Klassenkampfes der Elenden, der Hungernden und Entrechteten gegen die Satten Verschwender versinken will. Die Verbreitung atomarer Technologie, die die Fähigkeit zur Herstellung militärisch verwendbaren Spaltmaterials einschließt gibt dieser Zukunftsaussicht einen düsteren Aspekt.

Die in der Zukunft notwendig werdenden Beschränkungen der Reichen für die Armen wäre dann die selbstgewählte Askese. Hier böte sich die Gelegenheit zur Entfaltung all der ehemaligen Tugenden wie Nächstenliebe, Selbsthingabe, Ritterlichkeit, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Ich-transzendenz im Dienste des Weltfriedens.

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