Demokratisch legitimierte Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg

Ein Beitrag von Hans Wolf, Berlin

Als solidarische Gemeinschaft mit einer demokratisch strukturierten Beteiligung unserer Mitglieder stehen wir – UNITED CO-OPERATIVE NATIONS | HUMAN EDEN für Werte wie Vertrauensbildung, gemeinschaftliche Selbsthilfe, wertschätzende Selbstorganisation und Selbstverantwortung ein. Wir bestreben, die sozialen und kulturellen Belange unserer Mitglieder über nationalstaatliche Grenzen hinweg zu fördern – mit als sozial gerecht empfundener Teilhabe unserer Mitglieder an wirtschaftlichen Werten.

Jürgen Habermas schreibt dazu im November 2016: >>Die durchaus globalisierungsfreundliche Agenda im Sinne einer politischen Gestaltung der wirtschaftlich und digital zusammenwachsenden Weltgesellschaft ist gar nicht mehr zu unterscheiden von der neoliberalen Agenda der Abdankung der Politik vor der Erpressungsmacht der Banken und der unregulierten Märkte.<<
Dieser Satz führt uns zurück zu den grundlegenden Überlegungen, die unter anderem seinerzeit zu dem Projekt HUMAN EDEN geführt hatten: die Vision einer solidarischen Gemeinschaft mit einer demokratisch strukturierten Beteiligung ihrer Mitglieder, ohne dass Großmächte oder gar Vetomächte die Ge-MEINschaft dominieren.
In unserer Ablehnung sind wir uns einig: die Vereinten Nationen UN als internationales Vertragsregime sind so aufgebaut, dass sie genau dann handlungsfähig sind, wenn die Großmächte sich einig sind.
Wir lesen Jürgen Habermas: >>Man kann sich fragen, warum die linken Parteien den Kampf gegen soziale Ungleichheit nicht offensiv, auf dem Weg zu einer supranational koordinierten Zähmung der unregulierten Märkte führen wollen. Als vernünftige Alternative – sowohl zum Status quo des verwilderten Finanzmarktkapitalismus wie zum Programm des „völkischen“ oder des linksnationalen Rückzugs in die vermeintliche Souveränität längst ausgehöhlter Nationalstaaten – bietet sich aus meiner Sicht nur eine supranationale Zusammenarbeit an, die das Ziel einer sozialverträglichen politischen Gestaltung der wirtschaftlichen Globalisierung verfolgt. Dafür reichen internationale Vertragsregime nicht aus; denn ganz abgesehen von deren zweifelhafter demokratischer Legitimation können politische Entscheidungen über verteilungsrelevante Fragen nur in einem festen institutionellen Rahmen implementiert werden. Daher bleibt nur der steinige Weg einer institutionellen Vertiefung und Verankerung einer demokratisch legitimierten Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg.<<
Weiter:
>>Als Fukuyama nach der Wende von 1989/90 den ursprünglich auf einen grimmigen Konservativismus gemünzten Slogan vom „Posthistoire“ aufgriff, drückte sich in seiner Umdeutung der kurzsichtige Triumphalismus westlicher Eliten aus, die dem liberalen Glauben an eine prästabilisierte Harmonie von Marktwirtschaft und Demokratie anhingen. Diese beiden Elemente prägen die Dynamik der gesellschaftlichen Modernisierung, verbinden sich aber mit funktionalen Imperativen, die immer wieder in Konflikt geraten. Der Ausgleich zwischen kapitalistischem Wachstum und einer auch nur halbwegs als sozial gerecht akzeptierten Teilhabe der Bevölkerung am durchschnittlichen Wachstum hoch produktiver Wirtschaften konnte nur durch einen demokratischen Staat herbeigeführt werden, der diesen Namen verdient. Eine solche Balance, die erst den Namen „kapitalistische Demokratie“ rechtfertigt, war aber, historisch gesehen, eher die Ausnahme als die Regel. Schon deshalb war die Idee einer globalen Verstetigung des „amerikanischen Traums“ eine Illusion.<<
Die Vereinigten Co-Operativen Nationen | Human Eden pflegen und entwickeln die Kulturform der Genossenschaftsidee – und finden darin eine basisdemokratische Legitimation verbunden mit der Förderung ihrer Mitglieder in sozialen und kulturellen Belangen, also weit über die gemeinsamen Interessen des Erwerbs oder Wirtschaftens hinaus.
Als völkerverbindende Wertegemeinschaft finden wir unsere Identität in der Sicherung unserer Zukunft durch eine globale Friedenspolitik sowie eine solidarische Ökonomie und Ökologie. Die Kulturform der Genossenschaften als immaterielles Kulturerbe verbindet uns schon heute global über staatliche und ideologische Grenzen hinweg.
>>Stattdessen herrscht auf der politischen Szene ein Grau in Grau, worin beispielsweise die durchaus globalisierungsfreundliche Agenda im Sinne einer politischen Gestaltung der wirtschaftlich und digital zusammenwachsenden Weltgesellschaft gar nicht mehr zu unterscheiden ist von der neoliberalen Agenda der Abdankung der Politik vor der Erpressungsmacht der Banken und der unregulierten Märkte.<<
>>Man müsste also politische Gegensätze wieder kenntlich machen, auch den Gegensatz zwischen der – im politischen und kulturellen Sinne „liberalen“ – Weltoffenheit der linken und dem ethnonationalen Mief der rechten Globalisierungskritik. Kurzum: Die politische Polarisierung müsste sich wieder zwischen den etablierten Parteien um sachliche Gegensätze kristallisieren. Parteien, die dem Rechtspopulismus Aufmerksamkeit statt Verachtung widmen, dürfen von der Zivilgesellschaft nicht erwarten, dass sie rechte Parolen und rechte Gewalt ächtet.<<
In unserer Vision der Vereinigten Co-Operativen Nationen | Human Eden geht es nicht um die politischen Kategorien “rechts” oder “links”. Wir schließen uns Talcott Parsons soziologischem Ansatz an, dass eine stabile Ordnung tatsächlich möglich ist, weil die beteiligten Individuen freiwillig bestehende normative Ordnungen als Grundlage ihrer Handlungsorientierungen verwenden (Stichwort: voluntaristische Handlungstheorie).
Im Geschehen einer wirtschaftlich und digital zusammenwachsenden Weltgesellschaft vereinigen wir Menschen zu einer völkerverbindenden Wertegemeinschaft. Dabei finden wir unsere Identität in der basisdemokratischen Sicherung unserer Zukunft durch eine globale Friedenspolitik sowie eine solidarische Ökonomie und Ökologie.
HUMAN EDEN | UNITED CO-OPERATIVE NATIONS werden genau dann entstehen, wenn unsere tatkräftige Gemeinschaft weiter wachsen wird.
Unsere tatkräftige Gemeinschaft wird genau dann weiter wachsen, wenn wir Menschen persönlich aktiv werden.
Neben Energie, Initiative und Regsamkeit erfordert unsere Herangehensweise die individuelle Bereitschaft zur Übernahme von SELBST-Verantwortung, SELBST-Bestimmung, SELBST-Verwaltung und SELBST-Hilfe in unserer GEMEINSCHAFT.
Unsere visionären Projekte werden genau dann in die Tat umgesetzt, wenn wir tatkräftige Unterstützung in unserer Gemeinschaft finden.

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Heinrich Schirmbeck: Die Literatur und die Ethik des Lebens

Ein Gastbeitrag von Helga Willuweith-Schirmbeck

Heinrich Schirmbeck: Die Literatur und die Ethik des Lebens

Die gegenwärtig noch andauernde Phase des Güterüberflusses, wie wir ihn in der westlichen Industrie-Gesellschaft erleben kann nur eine illusionäre Übergangsphase sein. Wenn wir künftig in einer befriedeten Welt leben wollen, werden wir nicht umhinkommen, den Menschen der unterentwickelten Länder dabei zu helfen, eine Infrastruktur aufzubauen, die für ausreichende Nahrungs- und Güterproduktion erforderlich ist.

Diese Hilfe werden wir nicht ohne eigene Einschränkungen leisten können. Dem Zeitalter des Überflusses wird ein Zeitalter der internationalen Anstrengung, des Verzichts und Opfers, mit anderen Worten:

Ein Zeitalter kooperativer Investitionen zu Lasten des eigenen Konsums folgen müssen, falls die Welt nicht im Chaos eines globalen Klassenkampfes der Elenden, der Hungernden und Entrechteten gegen die Satten Verschwender versinken will. Die Verbreitung atomarer Technologie, die die Fähigkeit zur Herstellung militärisch verwendbaren Spaltmaterials einschließt gibt dieser Zukunftsaussicht einen düsteren Aspekt.

Die in der Zukunft notwendig werdenden Beschränkungen der Reichen für die Armen wäre dann die selbstgewählte Askese. Hier böte sich die Gelegenheit zur Entfaltung all der ehemaligen Tugenden wie Nächstenliebe, Selbsthingabe, Ritterlichkeit, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Ich-transzendenz im Dienste des Weltfriedens.

Überwindung der Aggression

„Überwindung der Aggression“ oder „Die Kultur und das sogenannte Böse“ Heinrich Schirmbeck Heinrich Schirmbecks Essay zur „Überwindung der Aggression“ die Kultur und das sogenannte Böse – zeigt dem Menschen einen Weg, den Zusammenhang mit dem ungelösten Problem der menschlichen Aggressivität, aber auch mit den Tendenzen einer zivilisatorischen Enthemmung und Ausartungsbereitschaft, einer zunehmenden Primitivierung und Deformierung […]

über „Überwindung der Aggression“ oder „Die Kultur und das sogenannte Böse“ Heinrich Schirmbeck — Leben und Werke von Heinrich Schirmbeck

der „Tag für die Literatur“ am 7. Mai rückt näher.

Vorankündigung

Liebe Kunst, Kultur und Literatur-Interessierte,

am 7. Mai 2017 findet
Im Heinrich Schirmbeck Haus im Darmstadt eine Lesung statt.

Diese wie auch die vielen anderen – dem Tag der Literatur – gewidmeten Veranstaltungen stehen unter dem Motto:

 

Ein Tag für die Literatur am 7. Mai 2017

Literatur am Originalschauplatz – das ist der „Tag für die Literatur“. Ganz Hessen ist eingeladen, bei dem großen Festival dabei zu sein! hr2-kultur koordiniert das Programm.

Kontakt

Hessischer Rundfunk/hr2-kultur
Literaturland Hessen
Karoline Sinur
60222 Frankfurt
Tel.: 069/155-4960
Fax: 069/155-3739
E-Mail: literaturland@hr.de


Natürlich ist nicht nur ganz Hessen eingeladen, sondern auch Sie!

Wir freuen uns – mit unserem für Sie gestalteten Programm, natürlich sehr auf Ihren Besuch!

 

Schirmbeck-Gesellschaft-eV

Darmstadt: Lesung mit Flötenspiel

„Marche funèbre“

Der Schriftsteller Heinrich Schirmbeck verehrte Chopin und widmete ihm die Novelle „Marche funèbre“ aus dem Jahr 1946. Es sei „die Melodie des Winds“ aus der B-moll-Sonate von Chopin gewesen, die er über alles in der Welt liebte, schreibt Schirmbeck in der Erzählung. Im Schirmbeck-Haus auf der Rosenhöhe, wo der Autor von 1967 bis zu seinem Tod 2005 lebte, stellt Helga Schirmbeck die Erzählung vor. Musikalisch führt die Flötistin Laura Williams durch den Nachmittag.

Tel. 06151 712583

www.heinrich-schirmbeck.de

Eine Veranstaltung der Heinrich Schirmbeck Gesellschaft e.V.

Der Vorstand
Helga Schirmbeck
Hans-Jürgen Bell

15-17 Uhr

Eintritt frei

Schirmbeck-Haus

Park Rosenhöhe

Ludwig-Engel-Weg 13

64287 Darmstadt

Die Zukunft………

„Können wir uns akademisch der Zukunft nähern? Können wir Wege in unsere Zukunft erforschen, akademische Wege einschlagen? Wir meinen JA!!“‚


Heinrich Schirmbeck:“Ihr werdet sein wie Götter“ 1966
Ausschnitt aus: Die Zukunft des Gehirns und die Evolution des Gewissens.

Wenn je eine Wissenschaft revolutionierend auf die Entwicklung des ethischen Bewusstseins zu wirken vermöchte, dann ist es die der modernen Genetik: das Leben verwendet in allen seinen Formen, von der Amöbe bis zum Menschen, dieselben Bausteine: es sind Moleküle, deren Struktur gleichzeitig Information ist. Information ist etwas Ideelles. Das Geistige beginnt also schon bei den Bausteinen des Lebens. Seine Elemente sind austauschbar, wie auch die Elemente, aus denen Individuen bestehen, theoretisch austauschbar sind. Keiner von uns ist einmalig, unersetzbar oder unwiederbringlich, jeder ist im anderen enthalten und enthält den anderen, eine Erkenntnis, die weise Hindus schon vor Jahrtausenden aussprachen: „Tat twam asi“ (Das bist auch du).
Das einigende Band, das uns alle umschlingt, ist der Informationsfluss, der von Zelle zu Zelle, von Individuum zu Individuum strömt, am ausgeprägtesten und schönsten in der Sprache des Menschen, die nur eine symbolische Form der Liebe ist.

Der Übermensch wird ein Mensch mit einem noch differenziertem Gehirn (vielleicht mit einem größeren basalen Neocortex im Sinne von Hugo Spatz) ), mit höheren symbolischen Fähigkeiten, d.h. mit einer größeren Liebesfähigkeit sein.
Constantin von Monakow, der große Schweizer Hirnforscher, verlegte die biologischen Grundlagen der Ethik, des Gewissens, der Religion, ins Gehirn. Es scheint, dass hier die Zukunft der Menschheit, einer Übermenschheit sein soll.
Diese Zukunft wird uns nicht in den Schoß fallen. Sie ist zu einem wesentlichen Teil auch die Frucht unserer divinatorischen Fähigkeiten, unseres Ahnungsvermögens für das, was die Evolution, deren Höchstes und bewusstes Organ wie selber sind, für uns bereithält. Wir werden die Erfordernisse der Zukunft zu erkennen versuchen, um rechzeitig die Mittel bereitstellen zu können, deren unsere Enkel und Urenkel bedürfen, um die Aufgabe ihrer jeweiligen Gegenwart zu bestehen. Zukunftsplanung ist zu einem Instrument der Evolution geworden.

Eine Aufgabe die die Heinrich Schirmbeck Institute als eG den zukünftigen Heinrich Schirmbeck Bildungseinrichtungen Weltweit zur Realisierung in der Satzung übertragen hat!