Unsere Welt der Wissenschaft

Fritz Usinger (* 5. März 1895 in Friedberg, Hessen; † 9. Dezember 1982 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Essayist und Übersetzer.

„Unsere Welt ist eine Welt der Wissenschaft. Diese Wissenschaft in den Bereich der Literatur zu integrieren ist deshalb eine Aufgabe der Dichter, sofern Literatur und Dichtung überhaupt Zukunft haben sollen.

Die junge Literatur aber weicht dem Problem aus. Sie verschreibt sich dem sozialkritschen Engagement oder dem sprachlich-formalen Experiment.

Das sind notwendige Funktionen, aber sie führen nicht an die Wurzel der Dinge.

Die Literatur übt Selbstkastration, indem sie durch bewusstes Vorbeisehen an den Kräften, die die Welt verändern, sich ihrer vorbildhaften und modellgebenden Funktion im Kräftespiel um die Gestaltung der Zukunft begibt.
Wirklichkeit und Zukunft werden heute ohne Dichter gemacht!
auch Dichter haben Labors, auch Dichter trieben Experimente: mit der Sprache.
Das aber, was die Wissenschaft zu einem wirklickeitsverändernden Faktor macht, erreichen sie damit nicht.

Die vorliegende Dokumentation vereinigt Stimmen zu einem Werk, das die Aufgabe der Literatur, an der Interpretation und Bewusstseinserhellung einer durch Wissenschaft revolutionierten Welt teilzunehmen, ernstnimmt.

Noch fehlen die kritschen Kategorien, einem solchen singulären Bemühen den legitimen Platz im Spannungsfeld zwischen Literatur und Wissenschaft zuzuweisen.

Diese Kategorien für die Kritik zu erarbeiten, sollen die Zeugnisse dieser Dokumentation erleichtern helfen.

Aus dem reichhaltigen Material der Analysen und Darstellung konnten aus Raumgründen nur die Wesentlichen Texte und diese leider nur in Auszügen oder Kurz-Zitaten dargeboten werden“

Vorwort, verfasst von Fritz Usinger zu:
Literatur und Wissenschaft – Das Werk Heinrich Schirmbecks, erschienen im Jahr 1968 herausgegeben von Fritz Usinger

Literatur und Wissenschaft- Einführung in das Werk von Heinrich Schirmbeck
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Großbeeren letzter Sonntag nach Epiphanias,

27.01.2019 | Celine van der Hoofd

Anlässlich des Gedenktages der Opfer des Nationalsozialismus!

Die Predigt

„Ein Heide fragte einmal Rabbi Josua ben Karechah: »Warum wählte Gott einen Dornbusch, um mit Mose aus ihm zu reden?« Der Rabbi antwortete: »Hätte er einen Johannisbrotbaum oder einen Maulbeerbaum gewählt, so würdest du ja die gleiche Frage gestellt haben. Doch es ist unmöglich, dich ohne eine Antwort fortgehen zu lassen. Daher sage ich dir, dass Gott den ärmlichsten kleinen Dornbusch gewählt hat, um dich zu belehren, dass es auf der Erde keinen Platz gibt, an dem Gott nicht anwesend ist. Noch nicht einmal in einem Dornbusch.“ Die Geschichte von Mose und dem brennenden Dornbusch, wer kennt sie nicht von uns und selbst unter den „Heiden“ – wie es unsere kleine Geschichte von eben zeigt – ist sie bekannt. Es ist eine schöne Geschichte, besonders auch für den Kindergottesdienst. Erlaubt sie doch eine wunderbare bildhafte Sprache und Darstellung. Wenn ich an meine eigene Kindheit und an die meiner Kinder zurückdenke, es gibt nichts was eine so unerreichbare Faszination ausübte wie Wasser, Sand und eben Feuer. Und wenn sie selbst es sagen müssten, welches Bild kam ihnen zuerst in den Sinn als sie von Mose und dem brennenden Dornbusch hörten? Bei mir waren es sofort die tanzenden Feuerflammen. Doch bevor wir uns intensiver mit unserem heutigen Bibeltext beschäftigen, hören wir ihn uns noch einmal an, wie er in der Bibel steht:

1 Mose aber weidete die Herde Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters von Midian. Und er trieb die Herde über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. 2 Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und er sah hin, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt. 3 Und Mose sagte sich: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. 4 Als aber der HERR sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose! Mose! Er antwortete: Hier bin ich. 5 Und er sprach: Tritt nicht näher heran! Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden! 6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 7 Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen. 8 Und ich bin herabgekommen, um es aus der Gewalt der Ägypter zu retten und es aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das von Milch und Honig überfließt.

Gott sucht:

Mose, der jüdische Junge, von seiner Mutter in Ihrer Verzweiflung in einem Schilfkörbchen ausgesetzt, aufgezogen im Palast des Pharaos, muss fliehen, weil er einen Menschen getötet hat. Weit ab von der Welt könnte man sagen, findet er eine neue Heimat. An einem Ort, wo nur wenig Menschen hinkommen. Einem Ort, der mehr Wüste als fruchtbares Land ist. Wo Wasser wertvoller ist als Gold und Silber und wo keiner ihn suchen wird. Er kann sich eine neue Existenz aufbauen. Heiratet, gründet eine Familie. Hier kann ihn keiner finden. Und sicherlich wird auch so langsam bei Mose die Vergangenheit in Vergessenheit geraten sein. Man geht davon aus, dass Mose zu dieser Zeit ungefähr 60 Jahre alt war und das Zenit seines Lebensalters schon überschritten hatte. Und doch, – keiner sucht ihn? – Gott sucht ihn! – Und Gott findet ihn. Selbst als er die Wüste durchquert hat und am hintersten Ende der Erde ist, findet Gott ihn. Schon am Anfang dieser Geschichte wird etwas ganz wunderbares deutlich. Zum einen: Der Mensch kann fliehen und sich verstecken wo er will, er kann im Nirgendwo verschwinden wie es mit den Opfern des Nationalsozialismus geschah, Gott kann und will ihn finden. Und das zweite, keine Suche ist Gott zu mühsam, kein Weg zu weit – um es mal mit menschlichen Worten auszudrücken – Gott geht auch dem „Mindesten“ unter seinen Menschen nach. Ich habe gerade die Opfer des Nationalsozialismus angesprochen, und es ist nur logisch, dass sofort die Frage nach dem Warum aufkommt. Wenn Gott jedem seiner geliebten Menschen nachgeht, warum dann nicht diesen gequälten Menschen. Die Frage ist berechtigt und ich möchte sie stehen lassen. Zum einen, weil wir Menschen darauf keine Antwort finden werden und können, zum anderen aber auch, weil unser Text von heute noch weiter geht.

Gott ruft

Mose hat die Zeit in der Wüste gebraucht. Es war seine Lebensschule, um es mal so zu sagen. Die Durststrecke, die auch wir immer wieder erleben, die uns an uns und unserer Umwelt verzweifeln lässt, aber uns am Ende auch – wenn es gut ist – wieder ein Stück weiser und empfänglicher macht für das, was wirklich wichtig ist. Wenn ich hier von Lebensschule spreche, dann meine ich nicht die Zeit der Qual, wie sie bei Krankheit, Verfolgung und Gefangenschaft entstehen kann. Ich rede hier in erster Linie von einer Zeit des Innehaltens. Einer Zeit, wo wir spüren, dass wir an einem Scheideweg angekommen sind. Einer Zeit, wo wir uns überlegen müssen, was wir wirklich wollen, wie es weitergeht. Einer Zeit vielleicht auch des sich Zurückziehens und des sich Besinnens. Einer Zeit der Ruhe. Die Auslöser für diese Zeit können unterschiedlicher Art sein. Bei Mose war es die Flucht, er der Reiche, der nur Helfen wollte war zum Mörder geworden und muss alles das, was war, was wichtig für ihn war hinter sich lassen. Mose muss sich ganz neu finden, denn alles das was ihn ausgemacht hat ist nicht mehr. Alles das worauf er sein Leben aufgebaut hat, hat er verloren. All das, was sein Denken und Handeln geprägt hat ist nutzlos. In der Wüste, in der Einöde, wo nichts an den früheren Mose erinnert, dort findet er die Ruhe und den Ort, um sich dieser neuen Situation zu stellen. Dort begegnet er sich selbst. Das ist bei uns Menschen in der heutigen Zeit nicht anders. In der Hektik des Alltags, in einer Zeit wo so viele Informationen und Bilder auf uns einstürmen, wo die Anforderungen von Arbeit und Familie durch den Druck der Masse, den allgemeinen Erwartungen was „Man“ tut immer größer werden, wo man nur noch gelebt wird als selber zu leben, in dieser Hektik kommt irgendwann der Zeitpunkt wo es nicht mehr weitergeht. Man/ich bin gezwungen innezuhalten. Und so manch einer zieht sich zurück von Welt und Umwelt, sucht Räume der Ruhe und Stille. Diese Zeiten sind wichtig, sind lebenswichtig, damit ich wieder lerne und spüre, dass ich Mensch bin und nicht eine Maschine. „Ich bin kein Roboter“ heißt es oft im Internet, wenn man etwas bestellt. Und dieser Satz birgt mehr Wahrheit, als es im ersten Moment scheint. Nein, ich bin Mensch und deswegen brauche ich manchmal auch eine Wüste. Dort kann und werde ich mir vielleicht auch selbst begegnen. Und nicht immer ist das ein schöner Moment. Ich sprach schon davon: es kann eine Durststrecke sein, eine Zeit der Selbstzweifel, eine Zeit der Unsicherheit. Aber es ist ein Weg. Ein Weg wie ihn Mose durch die Wüste gehen musste. Am Ende seiner Wüstenwanderung kommt Mose an den Berg Horeb. Er lässt die Wüste hinter sich und kommt dort hin, wo er Weide für seine Herde findet. Es ist dieser Ort und dieser Moment, wo Gott ihn ruft und jetzt ist Mose auch in der Lage zu zuhören. Und noch eine Besonderheit: Gott ruft Mose mit Namen, er ist es mit dem er sprechen will, er, Mose der Mörder und kein anderer. Die Zeit der Wüste wird ein Ende haben. Bei uns auch, spätestens dann, wenn ich nicht mehr wie ein mechanisch funktionierendes Lebewesen durch meine Erdenzeit hetze. Sie wird dann ein Ende haben, wenn ich wieder die Ruhe gefunden habe zu hören, wenn Gott mich ganz persönlich mit meinem Namen ruft. Diese Durststrecke wird dann ein Ende haben, wenn ich wieder in der Lage bin zu antworten. Nicht mit einem einfachen Ja, sondern wie Mose mit den Worten „hier bin ICH“. Dann bin ich auf offen dafür, dass eventuell ein neuer Weg anbricht. Vorsicht, ich möchte es noch einmal deutlich sagen, Ende einer Durststrecke, der Beginn von etwas Neuem heißt definitiv nicht, dass das Leben leichter wird. Nein, das Leben ist immer eine Herausforderung, solange wir hier auf Erden sind. Egal ob Säugling oder Rentner im hohen Alter, das Leben ist und bleibt eine Herausforderung!

Gott sendet

Diesen Teil der Geschichte finde ich eigentlich am schwierigsten zu vermitteln. Immer dann, wenn im Alten Testament von Gott die Rede ist und zwar von Situationen wo er mit den Menschen in Kontakt tritt möchte er etwas: entweder, dass sie ihm Rede und Antwort stehen (Adam wo bist du?) oder er hat einen Auftrag wie z. Bsp. in der Jonageschichte. Dabei sehnen wir uns doch in erster Linie nach Liebe, Geborgenheit, nach „Streicheleinheiten“ und nicht schon wieder nach irgendeiner Action. Doch wenn man genauer hinschaut ist Gottes Sendungsauftrag nicht eine Art Beschäftigungstherapie als reiner Selbstzweck. Wenn Gott aktiv wird, wenn er sendet, dann will er retten. Und zwar nicht sein Eigentum, sondern seine Schöpfung, seine Menschen. Retten, damit sie endlich in eine Beziehung zu Ihm ihren Schöpfer treten können. Die Sendungsaufträge sind ganz unterschiedlicher Art, und sie sind nie größer als der, der sie ausführen soll. Das heißt nicht, dass sie leicht sind. Mose bekommt später den Auftrag, das Volk Israel aus dem Land der Ägypter zu führen. Und er ist so manches Mal an den Forderungen und dem Verhalten von Gottes Volk verzweifelt. Doch im Gegensatz zu früher, als er noch im Palast des Pharaos wohnte, ist er sich nun bewusst, dass nicht er derjenige ist der alles kann und muss, der auf sich alleine gestellt ist. Sondern dass er in Gott einen verlässlichen Partner hat, jemanden, der ihn nicht im Stich lässt und ihn mit allem Notwendigen für seinen Auftrag ausstattet. Gott braucht nicht den großen vor Selbstsicherheit strahlenden Manager, er braucht Menschen, die sich ihrer eigenen Schwachheit und ihre eigenen Grenzen bewusst sind. Er braucht Menschen, die sich ihm zuwenden und ehrlich zugeben „ich kann das nicht“, ungeachtet ob Professor oder Landarbeiter. Er sucht Menschen, die sich ihm zuwenden und bereit sind sich von ihm helfen zu lassen und die dann den Mut haben das Leben anzugehen und zu leben.

Gott rettet

Heute ist auch ein Gedenktag, wir gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Gerade an so einem Tag ist es schwierig zu vermitteln, dass Gott Menschen in Not retten kann und will. Wo war Gott, bei den grausamen Transporten? Wo war Gott bei den Hinrichtungen und Massenmorden? Wo war Gott, wenn KZ-Häftlinge sich als Arbeiter für Firmen und so weiter zu Tode schuften mussten? Ich weiß keine Antwort und ich möchte auch nicht versuchen das zu erklären, denn mit menschlichen Worten lässt sich dieses Elend nicht erklären und nicht entschuldigen. Aber glauben Sie mir, ich werde nicht aufhören diese Frage zu stellen. Denn wenn ich aufhöre diese Frage zu stellen, dann höre ich auch auf, das Leid und Elend wahrzunehmen. Dann höre ich auch auf mich zumindest mit meiner Stimme mich gegen diese Ungerechtigkeiten zu stellen. Doch auch hier zeigt uns der Bibeltext von heute, dass das Schicksal seiner Kinder Gott nicht egal war und Gott nicht egal ist. In Vers 7 steht: Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen. Gott war nicht blind für das Elend für die Schmerzen für die Not. Und Gott ist es auch heute nicht! Auch wenn wir keine Antworten finden, wir können auf jeden Fall darauf vertrauen, dass es Gott nicht egal ist was passiert und dass er mitleidet, mitempfindet und und und. Und ganz gewiss ist er nicht nur stiller Betrachter! Damals war es Mose, der gesagt hat „hier bin ich“ und auch heute wird Gott nicht aufhören Menschen zu suchen und zu rufen, die dem Leid und dem Elend etwas entgegensetzen. Als allererstes seine Liebe, Gottes Liebe! Ich glaube an die Sonne, selbst wenn sie nicht scheint, Ich glaube an die Liebe, selbst wenn ich sie nicht fühle, Ich glaube an Gott, selbst wenn er schweigt. (eingeritzt in die Mauern von Ausschwitz von einem jüdischen KZ-Häftling)
Wenn es ein Mensch in einer solchen Situation schafft, so etwas zu schreiben, warum ist es dann für uns so schwierig? Wir werden von Gott geliebt, gesucht, gerufen und gesendet. • Lassen Sie uns diesen Tag und diese Botschaft Gottes zu Herzen nehmen. • Lassen sie uns Lieben, auch wenn die Situation ausweglos erscheint. • Lassen Sie uns den Menschen zeigen, dass Gottes Liebe es ist, die den Waffen und dem Kriegslärm unserer Zeit etwas entgegenzusetzten hat. • Lassen Sie uns der Welt zeigen, dass Gottes Ruf auch heute noch erklingt und auch heute noch etwas bewegen kann an Orten wo Mensch, Natur und Tiere zu leiden haben. • Und lassen sie uns unsere Umgebung spüren, dass selbst wir, die wir uns so schwach und unfähig fühlen, noch etwas bewegen können. Im Kleinen fängt die Veränderung an nicht im Großen. Im Lächeln erreiche ich meinen Mitmenschen, nicht mit verschlossenen Türen. Im Gebet trage ich die Verantwortlichen dieser Welt in Gottes Sinne, nicht mit Wuttiraden. Lasst uns Gott zeigen, dass wir bereit sind für sein Kommen

Abschlussbild Prediktmanusscript 27012019 Celine van der Hoofd


Amen!

Novalis der Moderne!

Seit Beginn der Arbeit um das Werk von Heinrich Schirmbeck, der Initiierung der Heinrich Schirmbeck freie- und friedensUniversität, der Schirmbeck Institute eG und den vielen anderen Aktionen, die dazu führten die Heinrich Schirmbeck Friedensgespräche „für eine Welt der Hoffnung“ zu gestalten und durchzuführen, wurden sehr viele weitere Aktionen als begleitende Maßnahmen begonnen und auch umgesetzt. Es wurden natürlich auch sehr viele Texte aus einem Repertoir von unermesslichem Umfang und unschätzbarem Wert für die Gesellschaft zitiert.

Die beigefügte Fotoserie soll einen kleinen Einblick in den Umfang dessen was schon geleistet wurde und was noch zu leisten ist vermitteln.

Das Manuscript – Für eine Welt der Hoffnung – es gibt es wirklich!
Das Werk an sich – so zeigt eine Teilablichtung des Inhaltsverzeichnisses – ist als GANZES, weit aus mehr als nur die Summe seiner Einzelteile. Es ist die gelebte Aufforderung Werte zu überdenken, Bildung anders in der Umsetzung zu definieren und natürlich Friede zu dem Produktivgut zu erklären, im Sinne von Heinrich Schirmbeck!

Wer sich die Worte von Margarethe Dierks, https://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_Dierks

Schirmbeck, freien, humanen und demokratischen Geistes und voll Verlangen von Jugend an, selbst Erkenntnisse zu erarbeiten und sie nicht aus vorgedachten Systemen der Geisteswissenschaften oder Moraltheologie zu übernehmen, widmete sich dem Entwurf lebenslanger Zukunft, denkerisch als Philosoph, gestalterisch als Schriftsteller und politische als aufgeklärter Mitbürger in der Bundesrepublik!“ Margarete Dierks, anlässlich des Todes von Heinrich Schirmbeck am 4.7.2005 zu Dichtung und Naturwissenschaft! 

aber auch den anderen Stimmen die sich zu und über Heinrich Schirmbeck äußerten und es auch heute noch tun, anhört wird möglicherweise zu erkennen vermögen was in Wirklichkeit dahinter steht und natürlich auch die Form der Realisierung durch den Co-operative Gedankens nachvollziehen können.

„Jene wenigen aber, die mit brennenden Augen in die Jahrhunderte starren, die da kommen werden – jene Stirnen, hinter denen, unbekannt noch, die Welt von morgen ein neues Gesicht annimmt; jene, die die noch verhüllten Strukturen des Künftigen zu ertasten versuchen – Wegbereiter und Neuerer-, es hat sie zu allen Zeiten gegeben und Heinrich Schirmbeck ist einer von Ihnen. Rufer in der Wüste, so könnte man meinen, aber auch Warner vor der Wüste, die wir hinterlassen werden, wenn isch nichts Entscheidendes ändert.“ Manfred Menzel, Laudatio in: der neue hessische Landbote

Etwas was nicht einfach so zwischen Tür und Angel geschieht, auch nicht mal einfach so!

Es ist ein Projekt über dass man natürlich sprechen muss, in den Heinrich Schirmbeck Friedensgesprächen, aber auch in den anderen Formaten die die Schirmbeck Stiftung und die Heinrich Schirmbeck Gesellschaft Schriftsteller der Rosenhöhe in Vergangenen Jahren erarbeitet und schon realisiert haben.

Es geht um nichts anderes als um unsere Zukunft und die unserer Kinder, wir können warten bis die Dinge uns erledigt haben, oder wir können handeln um die Dinge den Lauf zu geben den wir möchten!

Jetzt!

Hier eine kleine Zusammenfassung dessen was wir damit meinen wenn wir ein Leben „für eine Welt der Hoffnung“ sagen!

Heinrich Schirmbeck 100718-07-10

Umrisse einer Weltsicherheitsgemeinschaft

Ausschnitt aus dem 1984 gesendeten Rundfunk-Essay

Die immer extensivere und intensivere Wechselbeziehung zwischen Nationalstaat und Krieg, von der Einführung des Dampfmotors Ende des 18. Jahrhunderts bis zu unserem Plutonium-Zeitalter, hat die entscheidenden Faktoren zum Aufschwung des Industriesystems begünstigt: große Absatzmärkte, gesicherte massive Verkäufe an die nationalen Armeen, beschleunigtes Investitionswachstum, Konditionierung der Masseninstinkte im Hinblick auf die Steigerung des Konsums und die Verteidigung“ dieser Konsum-Zivilisationsgüter durch Rüstung und Militär.

Es kann sich nicht mehr darum handeln, dieses System von  heute auf morgen zu stürzen. Sein Zusammenbruch würde zunächst das Chaos bedeuten, da es außerhalb des Systems keine Aufnahmestrukturen für die Alternativen gibt. Es geht eher darum, die neuen Strukturen auf regional-nachbarschaftlicher Basis langsam. In unermüdlicher Kleinarbeit, im ständigen Kontakt mit dem Nächsten in Haus, Familie, Gruppe, Gemeinde, Betrieb, Schule, Ortsverein usw. zu erproben, damit sie einsatzfähig sind, wenn das System eines Tages abgewirtschaftet hat, weil die Ressourcen ausgehen, das Wachstum stockt, die Absatzmärkte schrumpfen, Arbeitslosigkeit und Inflation anschwellen und die Rüstungslasten untragbar werden, kurz: wenn der Industrierealismus, der, wie die Einsichtigen seit einiger Zeit wissen, nur eine kurzlebige Raub- und Ausbeutungsperiode af diesem Planeten sein kann und konnte, in den letzten Zügen liegt.

Dann muss die neue Aufnahmestruktur, müssen die Prinzipien einer neuen Energiewirtschaft, etwa eine dezentrale Sonnen-Wasserstoff-Wirtschaft, wie sie die Energiewissenschaftler John O. Bockiris und Eduard Justi bereits im realisierbaren exakten Modell ausgearbeitet haben: überschaubare Produktionseinheiten, eine dynamische Kreislaufwirtschaft, das Recycling der Rohstoffe, eine Verkehrsreform vom Auto weg zum öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Selbstgestaltung der Produktionsabläufe auf basisdemokratischer Grundlage usw., dann müssen alle diese neuen Strukturen eines menschenmaßgerechten Wirtschafts- und Soziallebens in bereits praktisch auf regional-kommunaler Basis ausprobierten Keimzellen bereitstehen. Anders ist die große Wandlung kaum vorzustellen.

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An dieser Stelle vielleicht noch ein kurzer Blick auf eine neue Konzeption des sogenannten Bruttosozialproduktes. Seine Höhe, die Menge also der materiellen, handwerklichen, industriellen und landwirtschaftlichen Produkte, aber auch die sozialen Dienstleistungen, wie Verwaltung, Verkehr, Justiz, Medizin, Finanzen etc., gilt als Maßstab des individuellen und sozialen Wohlbefindens. Aber der Beweis, dass die Gesellschaft mit dem höchsten Bruttosozialprodukt auch die glücklichste Gesellschaft ist, ist angesichts der steigenden Krebs- und Selbstmordrate, der Unsicherheit, der Angst, der wachsenden Kriminalität, des Terrors etc. immer schwerer zu führen.

Vielleicht sollte man deshalb den Begriff des Bruttosozialproduktes BSP durch den des Bruttosozialglückes BSG ersetzen. Bruttosozialglück entsteht, wenn jeder Bürger in dem Sinne glücklich wird, dass er sich in einem inneren Einklang mit dem von ihm geführten Leben befindet.

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Ich denke in diesem Zusammenhang etwa an das Problem der strukturellen, durch Automatisierung, Rationalisierung und Mikroelektronisierung beschleunigt wachsender Arbeitslosigkeit. Es könnte gelöst werden, wenn wir zu einer Neudefinition des BSP im Sinne des BSG kämen. Die bisherige Auffassung geht davon aus, dass Arbeitsplätze nur dann wirklich produktiv sind, wenn sie entweder materielle Verbrauchsgüter schaffen oder Abgeltbahre soziale Leistungen erbringen.

Arbeitsplätze dagegen in den ökologischen Bereichen werden bisher, wenn sich auch, sogar bei den Machthabern und Profitmanagern, ein allmählicher Wandel des Denkens vollzieht, mehr als Kostenfaktoren angesehen, die, die Volkswirtschaft belasten. Aus der Perspektive des BSG betrachtet, ist eine solche Sichtweise jedoch blanker Unsinn, denn reines Wasser, saubere Luft, sauerstoffproduzierende Wälder, eine unvergiftete Pflanzen- und Tierwelt, das sind doch keine Kostenfaktoren, sondern die eigentlichen Produkte der Natur, von denen wir alle leben und auf deren Grundlage unsere Produktionsfähigkeit erst gedeiht und die bisher nur deshalb nicht als die grundlegenden Aktivposten in die nationalökonomische Bilanz eingegangen sind, weil der national-ökonomische Eigentums Begriff nicht eindeutig auf sie anwendbar ist. Sie sind Gemeineigentum, gehören also zu jener Geobiologischen Kategorie, die man in der antiken und mittelalterlichen Wirtschaft als die „Allmende“ bezeichnete. Die Tragik dieser Allmende besteht darin, dass niemand, am allerwenigsten die Profitkonzerne, sich für ihre Pflege und Reinhaltung verantwortlich fühlt. Jeder lädt seinen Schmutz und sein Gift dort ab, in der egoistischen Kalkulation, dass der dadurch erzielte private Nutzen den von ihm in Kauf zu nehmenden allgemeinen Schaden hundert- oder tausendfach aufwiegt.

Nichtsdestoweniger sind der Gaben der Allmende nicht weniger Produkte als jene Gaben, die wir Essen und Trinken unser Leben erhalten und die wir durch Arbeit erzeugen müssen. Arbeitsplätze, die diese gemeineigenen Güter erzeugen, sind also, auch national-ökonomisch gesehen, mindestens genauso notwendig wie die Arbeitsplätze der konventionellen Güter- und Sozialleistungs-Produktion.

Zu diesen Produktionsgütern gehört auch der Friede. Er erst ist ja die Voraussetzung aller anderen Güterproduktion. Er gehört zu der Perversionen und Ungeheuerlichkeiten der geläufigen Wirtschaftstheorie des Industriezeitalters, dass die Produkte der Rüstungs-Industrie, die im Frieden keinen anderen Zweck und Sinn haben als auf ihre Verschrottung, die bereits in ihre Produktion einkalkuliert ist, zu warten, weil sie in der sich immer schneller drehenden Rüstungsspirale bereits bei ihrer Fertigstellung veraltert sind, und die im Kriege der Massenzerstörung dienen, dennoch als Faktor in das BSP eingehen. Im System des Bruttosozialglücks wäre das nicht mehr der Fall. Da ist der Friede gewissermaßen das fundamentale Produktionsgut, auf dessen Grundlage alle anderen erst ihren Sinn und Nutzwert gewinnen.

SChirmbeck-der Literat

Friede als Produktionsgut: eine Sicht, die sogar hartgesottene Rüstungs-Monopolkapitalisten beflügeln könnte, endlich die Produktion auf das einzig positive und auf absehbare Dauer rentable Produktionsgut umzuschalten.

Friede als Produktionsgut: ein Antrieb, eine unvergleichbare Motivation für schöpferische Kreativität auf allen Lebensgebieten. Wenn der Friede das allen gemeinsame Produktionsgut ist, könnte er allen Nationalwirtschaften als erstrebenswertes Produktionsziel dienen, das zugleich den Vorteil hätte, dass der lästige und konfliktträchtige Konkurrenzdruck zwischen den einzelnen nationalstaatlichen Volkswirtschaften – ich nenne nur das Konkurrenzdreieck Japan-USA-Westeuropa – wegfiele, denn wer Frieden produziert, ermöglicht damit auch dem anderen, Frieden zu produzieren. Das wäre dann der andere, der wirtschaftliche Aspekt der internationalen Sicherheitsgemeinschaft!

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Das makabre Make-Up der MISS EUROPA

Abschrift der 1952 verfassten Publikation

Das makabre Make-Up der MISS Europa

Herrr Icks, ein Reisender in Parfümeriewaren, bleibt eines Tages in einer kleinen westdeutschen Kleinstadt hängen, diese Kreisstadt ist wie jede beliebige.
Es zeichnet sie zunächst nichts anders aus, als dass man hier mir Vorbereitungen zu einem Museum beschäftigt ist, von dessen neuartigem Charakter sich das Fremdenverkehrsbüro eine belebende Wirkung auf den Tourismus verspricht.
Das Museum zeigt keine naturkundlichen oder lokalhistorischen Reliquien der üblichen Art, sondern – Menschen!

Keine Wachsfiguren, sondern wirklich lebende Menschen in typischen Situationen der Zeit.

Da sieht man, in abgeteilten gläsernen Zellen, etwa eine Näherin in rasend eintöniger Akkordarbeit für eine Konfektionsfabrik; einen abgestumpften Flüchtling, der, hoffnungslos auf einem Stuhl sitzend, den Typus des Wartenden verkörpert, jenes BAAwartenden, der in Millionen Exemplaren die Wartezimmer der Ämter, Organisationen und Institute des modernen Massendaseins bevölkert; den Menschen in der Untergrundbahn, zusammengepfercht, grau, erschöpft, von Reklameflächen umflimmert, und ähnliche typische Existenzen mehr.

Der harmlos banausische Herr Icks lässt sich vom Leiter des Verkehrsamtes bereden, Angestellter des Verkehrsamtes zu werden.
Aber bald stellte sich heraus, daß er sich durch die Unterschrift in die Gewalt eines geheimnisvollen Unternehmens, des IFE, begeben hat, das neben dem Menschenmusuem, dem „Hominiden Garten“, noch andere gesellschaftswissenschaftliche Einrichtungen unterhält, zum Beispiel die „Statistische Akademie“, eine Art überdimensionalem Gallup-Intituts, das auf Grund statistischer Erhebungen den realen Seinsgehalt des „homo -europaesu“ unserer Zeit festzustellen sucht.

Die Maschen des Instituts ziehen sich immer enger um das Gebiet der Kreisstadt zusammen, Fragebogen werden an alle Einwohner ausgegeben, die scheinbar bis in die intimsten Winkel der individuellen Existenz hineinleuchten und dennoch nur Auskünfte zutage fördern, die das monoton typisierte Gesicht der modernen Gesellschaft enthüllen.

Ein unentrinnbares System von Kontrollen, Analysen, undurchsichtigen Dienstbefehlen, geheimnisvollen Klassifizierungen, Leistung- und Kalorienexperimenten hält die Bevölkerung in unheimlicher Spannung.

Zug um Zug offenbart das IFE, dessen naiv optimistisches, wenn auch gelegentlich von  treuherzigen Zweifeln erfaßtes Werkzeug der ehemalige Parfümeriereisende Icks ist, seinen Charakter als mächtige ausländische Studiengesellschaft, die sich der Gunst und Unterstützung nicht nur der Besatzungsmacht, sondern auch höchster deutscher Regierungsbehörden erfreut.

Das Gebiet der Kreisstadt wird vom übrigen Landesgebiet isoliert; man verhängt eine Art Quarantäne, in deren Vollzug das IFE schließlich die alleinige Exekutivgewalt ausübt.
Das Experiment nimmt immer groteskere Formen an; die Einwohner flüchten sich in typische Transaktionen, um der Angst vor dem Unbekannten Herr zu werden; schließlich verenden sie ahnungslos-grauenserstarrt in der apokalyptischen Szenerie eines als Film-Festival getarneten Atombomben-Experimens, das vom IFE (endlich als „Internationaler Film Export“ alias „Institut für Europa“) im Auftrag einer überseeischen Macht durchgeführt wird.

Das Ganze ist nicht etwa ein makaberer Scherz, frei nach Kafka, sondern das Thema eins erstaunlichen satirischen Romans von Hermann Kasack* Schon in seiner Stadt hinter dem Strom hatte es Kasack verstanden, das Gespenstische, Unwirkliche, das Seinsentleerte und nur noch Pantomimische der untergehenden abendländischen Kultur in einer düsteren Vision der Unterwelt sichtbar zu machen.

Das neue Buch Kasacks spielt aber nicht mehr im Totenreich, sondern in der Wirklichkeit der westdeutschen Bundesrepublik.

Wenn trotzdem die Anklänge des einen an das andere so zahlreich und frappant sind, dann zeugt das wohl nicht nur ausschließlich für die unveränderte, auf das Nekrophilie gerichtete Optik des Autors, sondern wohl ebensosehr für eine unverkennbare Ähnlichkeit der Situation; denn auch die Existenz der politischen Konstruktion, die nach dem Krieg in Westdeutschland errichtet wurde, hat etwas Makabres an sich, wie sie sich weil sie sich vorwiegend aus dem Geist einer fragwürdigen Vergangenheit, aus Schatten einer allzu billigen und fratzenhaften durchsichtigen Restauration nährt, die schon jetzt weider von den Dunkelmännern der faschistischen Morgenluft umwittert wird.

In dieser Sicht gesehen, steht Kasacks Buch, wenn auch vom Autor wahrscheinlich ungewollt, im Dienst einer unaufhaltsamen Dialektik, politisch-gesellshcaftlicher Seinsenthüllung; es spiegelt, rundheraus gesagt, das tiefe Unbehagen des westdeutschen Untertanen mit der Unwahrhaftigkeit der politischen Situation wieder, in die er sich gestellt sieht.

Aus diesem Grunde wirkt das Buch von Kasack wie ein Fanal.
Es ist, von der Warte des parodierenden Satirikers aus, eine symbolhaft verkleidete Abrechnung mit jener angelsächsischen Weltstrategie,  die den kleinen europäischen Brückenkopf, dieses immer noch so unwahrscheinlich vielgestaltete Troja übereinandergeschichteter Kulturen und Epochen, gerade noch als eine nützliche Figur im imperialistischen Schachspiel betrachtet.

Die Metapher des Schachspiels wird deutlich genug in einem Kapitel des Buches gezeigt, wo Icks, der ahnungslos-bornierte Handlusngreisende, Prototyp des unsterblichen deutschen Schildbürgers, jenes Typs, der sich am anfälligsten für die lemurischen Lockungen der faschistischen Hydra gezeigt hat, zu einer der drei Direktorinnen des IFE gerufen wird.

Dieses Mitglied des in der „statistischen Akademie“ mystisch-sakral regierenden Triumvirginats entpuppt sich dem erstaunten teutschen Michel erstaunlicherweise als eine moderne junge Dame in Sonnenbrille und „make-up“. Ihre sonderbare Liebeserklärung, der Icks mit gesundem Instinkt ausweicht, kleidet sie in die metaphorische Sprache eines Traumes, in welchem Icks als possierliche Ritter-Schachtfigur eine durchaus unmissverständliche Rolle spielt.

Auch sonst ist das Buch gespickt mit anzüglichen Spitzen gegen den nivellierenden Einfluss der angelsächsischen Zivilisationsbürokratrie.

Das ist umso bedeutsamer, als der Verfasser als durchaus unverdächtiger Feind aller östlichen Ideologien und neutralistischen Tendenzen gilt.

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An dieser Stelle unterbrechen wir den Vortrag und geben dem Leser die Möglichkeit eigene GeDanken und Parallelen zur Jetztzeit zu entwickeln und natürlich auch zu formulieren.
Natürlich hat Heinrich Schirmbeck hier noch weiteres Gedankengut als kritische Betrachtung eingebracht, das wir Ihnen in der Fortsetzung des Artikels gerne noch vortragen möchten.

Unser Dank an dieser Stelle gilt Helga Willuweit-Schirmbeck, der Witwe des Menschen und vielfach brillirenden Autoren, die sich für das Werk und deren Erhaltung und Verbreitung in fast unmenschlicher Aufopferung eingesetzt hat und dies noch heute tut.

Ebenfalls gilt unser Dank Gerald Funk der durch seine herausragenden Publikationen zu und über Heinrich Schirmbeck, den Literaten Heinrich Schirmbeck in der Facettenreichen Art als eben den aussergewöhnlichen Schriftsteller dargestellt hat.

So auch in diesem Werk!

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Unsere Anmerkung zu Heinrich Schirmbeck

Dieser Beitrag, eine wichtige Betrachtung Heinrich Schirmbeck`s als Universialisten und Mitbegründer der Partei „die Grünen“ Deutschlands an der aufgezeigt werden kann wie wichtig die im Jahr 2015 zum 100. Geburtstag des Menschen Heinrich Schirmbeck manifestierte Entscheidung war und heute noch ist, den Autoren als eben diesen Universialisten den Menschen näher zu bringen, als den wir die Verwalter seines geistigen Erbes ihn sehen.
Es genügt nicht ihn als Literaten in die gepolsterte Ecke des literarischen Publikums zu setzen und dort verkümmern zu lassen.

Heinrich Schirmbecks Zeitgeist und frühe Wahrnehmung mit dem kritischen Finger des Essayisten und – wie schon oftmals und gerne geäußerten Habitus des Universialisten – hat hier durch seine Aufrechte Haltung schon sehr früh und nachhaltig bewiesen dass sein Denken und Handeln anders war und heute noch ist, als derer die ihn bisher nicht gerne wahrgenommen haben.

Gerade heute, in der vorbereitenden Phase der Errichtung der Heinrich Schirmbeck freien- und friedensUniversität im Rahmen der Gründung der Heinrich Schirmbeck Institute eG (iG) als Genossenschaft, lässt sich der globale politische und sozialreformende Charakter des Autors nicht mehr in die bequeme Ecke des nur Literaten verDrängen.
Hans-Jürgen Bell Schirmbeck Stiftung im März 2020

* Hermann Kasack: das Große Netz. Frankfurt am Main 1952

„Friedensgespräche“ Teil I und II in Bonn!

Liebe Leserinnen und Leser unseres Journals!
Heute begeben wir uns auf einen Weg des bisher in dieser Form von uns noch nicht geführten Dialoges, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten!
Durch Abschreckung zum Krieg - oder doch zum Frieden
Wir stellen uns im Rahmen unserer „Friedensgespräche“ in Zusammenarbeit mit der Mittelstandsmanufaktur eG und der Heinrich Schirmbeck Institute eG (iG) der oder die Frage:

„Wie Friedensfähig ist die Wirtschaft

in Deutschland – Europa – der Welt?“

Inspiriert von den nachfolgenden Gedichten,

Der Tag nach dem Krieg.

Der Samen am Baum der Erkenntnis – vertrocknet!
Auf jedem Weg Steine der Weisheit – zersprengt!
Am Strand verlaufen sich die Wellen – blutgetränkt!
Willenlos streicht Wind – grau!
Jenseits von Gut
Menschenleiber – Tierseelen
Leblose Schreie der Unfassbarkeit
Pflanzenstümpfe!
Wände aus denen tote Fenster starren
Warten auf den Zerfall…
Endlich:
Zeit spielt keine Rolle mehr!!
Landschaftslos verschwendet sich das Farbenspiel des Sonnenaufgangs.
Erde zu Erde – Erde zu Asche
Und niemand der den Duft des Meeres noch preisen kann
Heute ist: Der Tag danach!!

(Gedicht von Uschi Hammes)

“Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch. Ihr habt stehende Heere für den Krieg, die jährlich viele Milliarden kosten. Wo habt ihr eure stehenden Heere für den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Millionen einbringen würden?”

Karl Friedrich May (1842 – 1912), eigentlich Carl Friedrich May,
Pseudonym Karl Hohenthal; dt. Jugendschriftsteller”

Quelle: May, Ardistan und Dschinnistan I, 1909″

“Meiner Generation erzählten Väter und Großväter vom Krieg, heute erzählen Kinder und Enkel ihren Vätern und Großvätern vom Krieg.”

© Olaf Dudek (*1953), Ph.D. economics und Journalist

gehen wir am 20.3 und 22.3. den weiteren inhaltlich angegegliederten Themen nach:

Was kann und trägt die mittelständische Wirtschaft, Gesellschaft dazu bei? Welches Potential kann durch eine globale Co-operative mittelständische Wirtschaft zur Friedenserzeugung, Friedenserhaltung und Friedenssicherung entfalten?

HUMAN EDEN, als eine Welt Model – auf den Gedanken, Unterlagen und Entwürfen von Dag Hammarskjöld´s “Visionen einer Menschheitsethik” und in der Folge skizziert durch Umrisse einer Weltsicherheitsgemeinschaft, durchaus als Folgewerk für “eine Welt der Hoffnung” anzusehen aufbauend. Als eine andere Form der Interpretation eines Wirtschafts- und Lebensmodell entwickelt. Durch die in der Gründung befindlichen Heinrich Schirmbeck Institute eG, als Grundlage für die Errichtung der Heinrich Schirmbeck freien- und friedensUniversität herangezogen um Frieden als Produktivgut ins Bewusstsein der Menschheit zu rufen und Bruttosozialglück als Alternative Volkswirtschaftsrechnung durchzusetzen?

Ideologie, Spinnerei oder tragfähige und reale Vision?

Lassen Sie uns darüber sprechen und daraus ein gemeinsames Projekt – HUMAN EDEN in die Tat umsetzen.

Am 20.3.2018 von 10 bis 13 Uhr und am 22.3.2018 von 13 bis 17 Uhr in Bonn.

Den Veranstaltungsort geben wir noch gesondert bekannt.
Tickets erhalten Sie über unsere Ticket Hotline:

https://mittelstandsmanufaktur.de/kaufhaus/veranstaltung/friedensgespraeche-2018-1/

https://mittelstandsmanufaktur.de/kaufhaus/veranstaltung/friedensgespraeche-2018-2/

Wir freuen uns auf spannende „Friedensgespräche“!

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Heinrich Schirmbeck: „Die Zukunft und die Evolution des Gewissens 1955“.

„Das größte menschliche Gebet bittet nicht um den Sieg, sondern um Frieden.“
―Dag Hammarskjöld-

Das einigende Band, das uns alle umschlingt, ist der Informationsfluss, der von Zelle zu Zelle, von Individuum zu Individuum strömt. Am ausgeprägtesten und schönsten in der Sprache des Menschen, die nur eine symbolische Form der Liebe ist.
Die Zukunft wird uns nicht in den Schoß fallen. Sie ist zu einem wesentlichen Teil auch die Frucht unserer divinatorischen Fähigkeiten, unseres Ahnungsvermögens für das, was die Evolution, deren höchstes und bewusstes Organ wir selber sind, für uns bereithält. Wir werden die Erfordernisse der Zukunft zu erkennen versuchen, um rechtzeitig die Mittel bereitstellen zu können, deren unsere Enkel und Urenkel bedürfen, um die Aufgabe ihrer jeweiligen Gegenwart zu bestehen. Zukunftsplanung ist zu einem Instrument der Evolution geworden.

Das Leben ist ein ungeheuer kompliziertes und verletzliches kybernetisches System, das sich selbst regeln würde, wenn nicht seit einigen hunderttausend Jahren ein Fremdkörper zunehmende Macht in ihm gewonnen hätte: der menschliche Intellekt. Ursprünglich hat ihn das Leben zu dem Zweck geschaffen, seine eigene Evolution zu beschleunigen, als Stimulans und Reizfaktor gewissermaßen der, selbst eine Art kybernetischen Computers, im großen ökologischen Regelsystem nun sein eigenes Programm zur Geltung bringt, eine große Zahl neuer Sollwerte konstituiert und sich als >Führungsgröße< nun allen anderen vor ihm existierenden kybernetischen Systemen –ausschaltet- und deren Sollwerte nach eigenem Belieben –verstellt-. Dabei unterlaufen ihm Irrtümer; die ineinander verflochtenen Systeme wachsen über seine eigene Begriffskapazität hinaus. Er steht vor einem Labyrinth und weiß keinen anderen Ausweg als die Errichtung einer künstlichen kybernetischen Welt, einer Welt der Computer, die ihm die verlorene Orientierung zurückgewinnen sollen.
Aber die Computer vermögen nur dann wieder Ordnung zu schaffen, sagen einige Kulturkritiker, wenn sich das Gehirn sich selbst zu einer höheren Leistungspotenz emporzüchtet. Vielleicht sind die Wissenschaftssiedlungen von einer Explosion der Genies aus den Intelligenz-Gettos vor solcher Wahrheit nicht allzu weit entfernt. Der Einfluss des Milieus, des zweiten genetischen System, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Aber mit welcher Art von Genies hätten wir dann zu rechnen? Es würden vorwiegend wieder Mathematiker, Physiker, Chemiker, Molekulargenetiker, Biophysiker sein. Gehirne also, die das Leben quantitativ-mathematischen Kategorien zu fassen versuchen. Keine Genies der Humanität, der sozialen Harmonie, Genies die aus den revolutionierten Bedingungen der gesellschaftlichen Verfassung, der psycho-sozialen Welt, die Axiome einer neuen Sittlichkeit und Ethik zu konzipieren vermögen.
Wir brauchen zwar das naturwissenschaftliche Genie, wenn diese Menschheit biologisch weiter existieren soll, wir brauchen aber noch weit dringender das ethische Genie, das uns den Weg zum wahren Menschsein zeigt.

Warum ich für Frieden und Abrüstung plädiere!

Diesen Aufruf verfasste Heinrich Schirmbeck zum Anti Kriegstag 1979

„Die Welt, wie sie scih in der zweiten Jahrtausenhälfte darbietet, ist ein kaum durchschaubarer Komplex aus technischem System-Rationalismus und ideologisch-massenpsyschologischem Irrationalismus.

Ob sie diesen Widerspruch überlebt, weiß niemand. Will sie ihn überleben, dann nur, wenn endlich die Anweisungen der Bergpredigt, insbesondere die Verheißung: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen!“ in internationale politische Berhaltenspraxis umgewandelt werden.

Daran geht kein Weg vorbei.
Was Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch als wirklichkeitsfremde Illusion belächelt worden ist: der Glaube an die Möglichkeit des Friedens unter den Völkern, wie ihn der Prophet Jesaias als eschatologische Hoffnung ausspricht, das erweist sich heute als einzig gangbarer Ausweg aus der Krise, sodaß sogar ein Pragmatiker und nüchterner Realist wie der ehemalige Direktor des WeltwirtschaftsInstitutes in Kiel, Fritz Baade, sagte: „Die Wahrheit überdas Christentum ist, dass es noch niemals so aktuell, nämlich so Lebensnotwendig für alle Menschen gewesen ist wie heute. Wenn wir überhaupt Hoffnung haben, dass unsere und dei nächste Generation die ungeheure Aufgabe lösen werden, die vor uns steht – nämlich die Sicherung des Friedens, die Rettung der Erde als bewohnbare Stätte und die Herstellung größerer Gerechtigkeit zwischen Reich und ARm, Nord und Süd – so können wir diese Hoffnung praktisch nur daraus schöpfen, daß das Christentum gerade erst an den Anfängen seiner wirklichen Weltmission steht.“

Der Mensch an sich ist kein Mörder und Zerstörer. Erst die psyschologischen Eigengesetzlichkeiten von Gruppen, Verbänden und Staaten im Verein mit der Machtlüsterheit Einzelner und hierarischischer Gruppen, sein Trieb zur Absolutsetzung relativer Teilwahrheiten – Ideologien – führen zu den Massenopfern der Kriege.

Im Gegenwärtigen Moment, da der Krieg – auch für den sogenannten „Sieger“ – die absolute Vernichtung bedeuten würde, hilft nur noch ein völliges Umdenken.
Die tödliche Rüstungsspirale kann nicht durch „gegenseitiges Aufholen“ sondern nur nur durch freiwilligen Verzicht auf das Wettrüsten und durch Vertrauen und Vernunft und Einsicht des anderen (Bisher „Gegner“ genannt) beendet bzw. durchbrochen werden.
Das klingt im Sinne der bisherigen Politik utopisch uns selbstmörderisch, ist aber die einzige Chance zur Rettung der Menschheit. Die Bergpredigt muss Weltpolitik werden.

Sie ist die heute noch einzige mögliche „Real“-Politik!

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Warum ich mich für Frieden einsetze

Öffentliche Anfrage an Bundeskanzler Helmut Schmidt!

Heinrich Schirmbeck, Januar 1981

Öffentliche Erklärung in Form einer Anfrage, gerichtet an den
Bundeskanzler Helmut Schmidt. In Sachen Stationierung von
Pershing II-Mittelstrecken-raketen und Cruise Missiles auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland;

Verteidigung und Koordinierung der Befehlskompetenzen innerhalb der NATO (Schlüssel-System) im Falle eines geplanten Einsatzes dieser Waffen;
Frage eines diesbezüglichen Veto-Rechtes der Bundesrepublik.

Sehr geehrter Her Bundeskanzler!
Im Anschluss an die diversen Zuschriften des Erstunterzeichners in Sachen Nachrüstungsbeschluss und Friedenssicherung darf ich mich heute noch einmal an Sie wenden, und zwar u.a. auch im Zusammenhang mit der in den letzten Wochen und Monaten unter der Drohung des noch nach dem neuen amerikanischen strategischen Konzept (Direktive 59) wieder für möglich gehaltenen „ersten Atomschlages“. Die neu belebte Diskussion um den Plan einer kernwaffenfreien Zone in Mitteleuropa, der ja bereits 1957 von dem damaligen polnischen Außenminister Rapacki der Vollversammlung der Vereinten Nationen unterbreitet wurde. Dieser Plan nahm auch die ursprünglichen Vorstellungen wieder auf, die nach Kriegsende, ehe es zur Wiederbewaffnung der BRD kam, über eine künftige deutsche Friedenspolitik die, die internationale Diskussion beherrschten.
In seiner Grundkonzeption deckte sich der Rapacki-Plan, wenn auch nicht vollständig doch so weitgehend mit den Forderungen und Zielsetzungen der gegenwärtigen Friedens- und Abrüstungsinitiativen in der BRD, z.B. der Forderung nach dem Abzug aller fremden Truppen von beiden deutschen Staaten; Bündnisfreiheit; Neutralität; Entfernung aller ABC-Massen-vernichtungswaffen von Boden beider deutschen Staaten; Abschaffung und Verschrottung aller Angriffswaffen; Verbot jeglichen Waffenexportes etc. Die Zielsetzungen solcher Vereinigungen wie DFU, Koordination Ökologie und Frieden, Die Grünen, BBU, DFG/VK, Komitee für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit, Komitee für Grundrechte und Demokratie und vieler anderer mögen in Einzelheiten voneinander differieren: Im Grundsätzlichen, nämlich in der Ablehnung der Stationierung von atomaren und sonstigen Massen –Vernichtungs-Waffen, der Forderung nach Abrüstung und Neutralität sind sie leicht auf ein gemeinsames Grundsatzprogramm zu koordinieren. Das entspräche auch dem Ergebnis einer im II. Halbjahr des Emnid-Institutes, wonach 43% der Bundesbürger sich für Neutralität der BRD zwischen DEN Amerikanern und den Sowjets ausgesprochen haben. Diese 43% Anhänger einer unabhängigen, bündnisfreien deutschen Friedenspolitik sind im Bundestag nicht durch einen einzigen Abgeordneten vertreten!

Ein wahrhaft absurder Zustand, der nicht für eine dem Volkswohlwollen entsprechende Funktionsfähigkeit der sogenannten parlamentarisch-repräsentativen Demokratie spricht.

Die gegenwärtige deutsche Friedensbewegung nimmt die Vorstellung, der damals in dieser Frage noch einmütigen Alliierten nach Kriegsende über eine vollständige Entmilitarisierung und Neutralisierung Deutschlands wieder auf. Die UdSSR bot in den 50ziger Jahren die Wiedervereinigung, Entmilitarisierung und Neutralisierung Deutschlands an.

Adenauer machte durch seine Wiederaufrüstungs-Politik, seine einseitige Bindung an die USA diese Möglichkeit, die uns Sicherheit, Frieden und Unabhängigkeit garantiert hätte, zunichte.

Unter dem Eindruck der gegenwärtigen Zuspitzung der Ost-West-Konfrontation, der neuen amerikanischen Atomrüstungs-Strategie, der Unterminierung der atomaren Parität durch Erwägungen des Pentagons, einen atomaren Erstschlag zu riskieren etc., wird immer mehr besorgten Deutschen klar, dass unsere Sicherheit und Überlebungschancen nicht einseitig auf dem riskanten Fundament einer hegemonistischen amerikanischen Interessen-, Rohstoff- und Energiepolitik beruhen können.

Die Sicherheitspolitik der BRD weiterhin an eine solche gefährliche Strategie zu ketten, könnte zum atomaren Untergang Deutschlands führen. In diesem Augenblick zeigt sich deutlich, wie lebenswichtig es für unsere Zukunft gewesen wäre, wenn die wiederholten Angebote der UdSSR, Mitteleuropa zu einer neutralen, kernwaffenfreien Zone zu machen, um so den USA nicht die Möglichkeit zu geben, einen nuklearen Schlagabtausch unter Umständen unter Schonung ihres eigenen Areals zunächst in Europa stattfinden zu lassen, vom Westen aufgegriffen worden wäre. Zumindest hätten diese Angebote auf ihre Ernsthaftigkeit hin geprüft werden müssen.

Wenn die Sowjetunion nicht mehr wie bisher im Rahmen der paritätisch-nuklearen Globalstrategie nur von amerikanischen Boden, sondern auch von dem westeuropäischen und insbesondere von dem west d e u t s c h e n NATO- Areal aus vernichtet werden kann, entsteht eine völlig neue Sicherheitssituation für uns Deutsche beiderseits der innerdeutschen Grenze, für deren Bewältigung die bisherigen Konzepte nicht mehr ausreichen.

Die Durchführung des sogenannten NATO-Nachrüstungsbeschlusses vom Dezember 1979 könnte bei einer plötzlichen Zuspitzung der Ost-West-Konfrontation – Beispiele haben wir im vergangenen Jahr erlebt und Sie selbst waren es, der die Situation mit derjenigen vor Ausbruch des ersten Weltkrieges verglich! – die Sowjetunion geradezu zwingen (und amerikanische Militär-Experten wie Daniel Ellsberg u.a. sehen das nüchtern und klar), Erwägungen darüber anzustellen, ob die Ausschaltung der dann in der BRD stationierten Pershing II und Cruise Missiles durch einen atomaren Präventivschlag nicht in ihren fundamentalen Überlebensinteresse läge. Die Ausführung einer solchen für die UdSSR in gewissem Sinne als defensiv einzustufende Absicht würde unsere totale Vernichtung bedeuten. Denn die geplante Stationierung amerikanischer atomarer Mittelstrecken-Raketen bedeutet andererseits für die USA die Möglichkeit und Verlockung, sich ihres sowjetischen Gegners nicht vom eigenen Areal aus, sondern von deutschen Boden aus unter kaltblütiger Aufopferung ihres deutschen „Vasallen“ zu entledigen. Eine solche Möglichkeit müsste uns notwendigerweise zum Ziel eines russischen atomaren Präventivschlages machen.

Was das bei unserer Bevölkerungsdichte und der Gespicktheit unseres Staatsgebietes mit Kernkraftwerken bedeuten würde, brauche ich nicht auszumalen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die auch Ihnen, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sicherlich bekannten Enthüllungen des früheren amerikanischen Präsidenten-Beraters und ranghohen Beamten und Experten des Pentagons, Daniel Ellsberg, der vor der Weltpresse die neue offensive, auf atomare Überlegenheit und die Fähigkeit zum Erstschlag setzende und damit die bisherige Konzeption des Gleichgewichts der gegenseitigen Abschreckung aufgebende Atomstrategie bloßstellte.

Die Rolle West- und Mitteleuropas im Schlepptau der USA müsste unter den neuen Voraussetzungen völlig neu durchdacht werden. Wenn z. B. vor einiger Zeit der jetzt abtretende Präsident Carter und zu Beginn der Dezember-Tagung der NATO der US-Verteidigungsminister Harold Brown verlauten ließen, im Notfall würden die USA zur Verteidigung Mittel- und Westeuropas auch Atomwaffen einsetzen, so müsste doch zunächst einmal klargestellt werden, von w e l c h e m Areal aus diese Nuklearwaffen eingesetzt werden sollen, von amerikanischem oder vom europäischem, das ist schließlich die K a r d i n a l – Frage!

So brüderlich und solidarisch eine solche Verteidigungsabsicht klingt, so muss doch gefragt werden, in w e s s e n Hauptinteresse sie liegt, ob im europäischen oder amerikanischen?

Schon oft in der Weltgeschichte wurde der Verteidigte das Opfer der Verteidigungsmaßnahmen der Verteidiger. Eines ist klar: amerikanische Nuklearwaffen zur Verteidigung Mitteleuropas von e u r o p ä i s c h e m Boden aus eingesetzt, bedeuten eben n i c h t den Schutz Europas, sondern eine atomare Zerstörung und zugleich die Schonung der USA, die wieder einmal mit einem blauen Auge davonkämen. Die Frage ist: wer schützt die Vallen im blitzschnellen Ernstfall vor dem todbringenden „Schutz“ des über die Vernichtungswaffen verfügenden Bündnispartners? Diese Frage müßte vor der Bevölkerung offen ausdiskutiert werden. Stattdessen werden beruhigende Geheimnisschleier verhängt.
Wir wiederholen: der Nachrüstungsbeschluss der NATO auf dem Gebiet der Mittelstreckenraketen erfordert ein völlig neues Durchdenken unserer strategischen Situation, eine Klärung der Prioritäten und Auslösemechanismen im Bündnis, eine Klärung der Frage: wer verteidigt eigentlich wen im Ernstfall? Wer hat die Verfügungsgewalt über die auf europäischem Boden stationierten Atomraketen, d. h. wer bestimmt, ob sie eingesetzt werden oder nicht? Verfügt die NATO als Ganzes über sie oder sie USA allein? Hat im Konfliktfall USA-UdSSR die BRD ein Veto-Recht, falls sie sich nicht zum atomaren Prügelknaben der USA machen lassen möchte? Wenn ja, wo ist dieses Veto-Recht festgelegt? Wie funktionieren im Ernstfall die atomaren Befehls-, Koordinierungs- und Aus- löschungs-mechanismen zwischen den USA und den europäischen Verbündeten? Wie könnte ein Veto-Recht im Ernstfall, wenn es wie in Europa, um wesentlich verkürzte Vorwarnzeiten geht, überhaupt befehlsstrategisch praktiziert werden?

Ein solches Veto-Recht wäre ja doch Ausdruck der Souveränität der Bundesrepublik innerhalb der Grenzen des Bündnisses. Ist eine solche Souveränität angesichts der Tatsache, dass das Verhältnis beider deutscher Teilstaaten zu den ehemaligen Kriegsgegnern bis heute nicht aufgrund von Sonderverträgen mit den ehemaligen Feindstaaten des jeweiligen Bündnisbereiches geregelt ist, gegeben oder nicht?
All diese Fragen und äußert komplexen Sachverhalte, deren Ungelöstheit uns in der blitzschnellen Entscheidungssequenz eines möglichen Atomkonfliktes zum absoluten Verhängnis werden könnten, müssten vor der Öffentlichkeit rückhalts- und schonungslos offengelegt und ausdiskutiert werden. Das allein wäre wahre Demokratie, falls dieser Begriff überhaupt noch irgend einen menschengemäßen Sinn beinhaltet. Strategische Geheimniskrämerei und Generalstabs-Kompetenz ist im Falle der Atomstrategie ein Verbrechen n denen, die angeblich verteidigt werden sollen.
Bitte, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, hören Sie aus diesem Brief keinen ideologischen Zungenschlag heraus. Das wäre eine totale Fehldeutung. Das Klima politischer Kommunikation ist in der Bundesrepublik leider ideologisch derartig vergiftet, dass Kritik an der westlich orientierten Vasallentreue – auch Kritik im Interesse nationaler Selbsterhaltung – sofort mit Moskau-Hörigkeit gleichgesetzt wird. Wir schätzen das Hegemoniestreben b e i d e r Weltmächte realistisch ein und verurteilen es. Wird es nicht bald durch eine Politik beiderseitiger Selbstbeschränkung, Friedenssicherung und Kooperation im Interesse internationaler Gerechtigkeit und ökonomischen Ausgleichs zwischen Nord und Süd ersetzt, scheint die Katastrophe früher oder später unausweichlich. Kritik und esorgnis eines Bundesbürgers, dessen Land dem westlichen Bündnis angehört, kann und muss sich natürlich aufgrund der Gegebenheiten gegen Inkongruenzen selbstzerstörerische Vasallen-Fallgruben und hegemonistisch-bevormundende Strategien der Vormacht (Strategien, die im Ernstfall die Opferung der Mitläufer, die wir in diesem Fall sind, bedeuten könnten) innerhalb des nun einmal bestehenden Bündnisses richten. Bei einem Polen gingen die Fragen und die Kritik an die andere Interesse.

Immerhin ist an einem historischen Faktum nicht zu rütteln, die einzige Macht auf dieser Welt bisher, die ohne militärische Notwendigkeit Atomwaffen gegen einen bereits kapitulationsreifen Gegner einsetzte und damit Hunderttausende der qualvollen atomaren Vernichtung preisgab, die einzige Macht, die das gleiche in den fünfziger und sechziger Jahren zuerst im Korea- und später im Vietnam-Krieg (wie durch die Kuba-Krise) ernsthaft in militärische Erwägung zog – von dem Gräueln des bestialischen Vietnam-Krieges ganz abgesehen – sind die USA und nicht die UdSSR! Dieses Faktum steht uns mit allen möglichen Implikationen immer vor Augen!
Mit einer solchen Macht im Bündnis zu stehen, erweckt in Kriesenzeiten jene Ängste, die Gegenstand dieses Briefes sind. Ein neutrales, atomwaffenfreies Mitteleuropa würde uns von diesen Ängsten befreien. Zumindest der atomare Nachrüstungsbeschluss der NATO, dessen Risiken in erster Lage die Bundesrepublik tragen soll, darf unter keinen Umständen verwirklicht werden. Dagegen wehren wir uns und wir wissen, dass sich viele andere mit uns dagegen wehren werden.
Herr Bundeskanzler, denken Sie an Ihren Amtseid, mit welchem Sie sich auf das Wohl und die Weiterexistenz der Bundesbürger verpflichtet haben. Wir Deutschen möchten nicht das atomare Leichenfeld der USA und der NATO im Interesse amerikanischer Welthegemonie werden, ebenso wie die Völker des Warschauer Paktes sich gegen die entsprechenden Plane der UdSSR wenden würden.
20.1.1981 Mit freundlichen Grüßen

gez. Heinrich Schirmmbeck
Dem Brief des Schriftstellers Heinrich Schirmbeck haben sich bisher durch ihre Unterschriften angeschlossen:
Prof. Dr. Dorothea Sölle, Prof. Dr. Robert Jungk, Prof. Dr. Ossip K. Flechtheim, Hartmut R. Fondermann, Gösta von Uexküll, Carl Amery, Eva Quistorp, Dr. Reinhard Opitz.
Die Bürgerinitiative Frieden durch Neutralität hat am 21. Januar dieses Jahres sämtlichen Abgeordneten des Bundestages den Brief des Schriftstellers Heinrich Schirmbeck an den Bundeskanzler zur Kenntnis gebracht.

Der Blick ins Dritte Jahrtausend…

Verfasst von Heinrich Schirmbeck im Jahr 1965!
In einer Rundfunk Essay die am 5.9.1965 im Süddeutschen Rundfunk 
in der Redaktion von J. Schlemmer ausgestrahlt wurde. 

Der Titel

Prognosen und Visionen 
Oder 
Der Blick ins dritte Jahrtausend!

Wir laden Sie ein eine Kleine Reise in, eben diese Zukunft des Dritten Jahrtausends zu machen!

Wir beginnen mit einer kleinen Bestandsaufnahme, die Ihnen möglicherweise einen Zustand beschreibt der nicht das Jahr 2025, wie in der Vorlage, sondern das Jahr 2017 beschreiben könnte!

Aus der Vorlage von Herbert George Wells, „die Zeitmaschine“ und der Ableitung von Egon Friedell der Wiener Kunsthistoriker, wurde von Heinrich Schirmbeck dieses Bild gezeichnet, das wir einmal als Fragment in uns aufnehmen wollen.

Wir befinden uns in einer Zeit, eben diesem Jahr 2025 in dem alles was die Menschen brauchen in Fankriken und zwar in seinem Beispiel in Atomfabriken hergestellt wird.

„Zum Lunch gibt es Sauerstoff aus dem Automatenzerstäuber, zum Mittagessen syntehtisches Eiweiß, statt achtstündigen Schlafs in molligen Federbetten eine fünfminütige Bestrahlung mit Ultraviolett.

In Folge dieser kolossalen Zeitersparnis auf allen Gebieten kommt es zu grimmigen sozialen Kämpfen: man rauft sich um das bisschen verbleibende Arbeit, und „höchstes Glück der Erdenkinder“ ist nicht mehr – wie bei Göthe „Die Persönlichkeit“, sondern der Zweiundzwanzigstundentag.

Und somit entwickelt sich ein neues Produkt – das auch durch Facebook oder sonstige SozialMedien nicht mehr befriedigt werden kann.

Die Langeweile als Produkt einer Automatenzivilisation spielt überhaupt eine bedeutende Rolle in der Büchern der modernen Geschichtspropheten.

Andrè Maurois, der französische Romancier, Essayist und Biograph bedeutender Persönlichkeiten, läßt in seinen „Fragmenten einer Weltgeschichte“, veröffentlicht von der Universität Timbuktu im Jarhe 2025, einen der fünf Männer des Weltdirektoriums, angesichts eines neuen Krieges, verzweifelt ausrufen:

„Es gibt etwas auf der Welt, was die Menschen mehr fürchten als die Metzeleien, mehr als den Tod. Und das ist die Langeweile. Die Herrschaft der Vernunft und des Internationalen Einvernehmens, die wir errichtet haben, langweilt sich einfach. 
Wir haben sie durch künstlerische Darbietungen abzulenken versucht, die sensationellen Verbrechen und der Sport haben uns zwanzig Jahre gewinnen lassen, aber nun zieht nichts mehr, die Welt ist aller Dinge überdrüssig, selbst des Boxsports. 

Der Hass allein kann die Menschen einen. Wir brauchen einen sichtbaren Feind. Leider gibt es ihn nicht.“ 

An dieser Stelle beenden wir die Fragmentale Einleitung in das Thema dass in der vollständigen RundfunkEssay natürlich auch mit der Prognose und der Vision den Blick ins Dritte Jahrtausend, verfasst von Heinrich Schirmbeck ermöglicht.

Doch bevor wir uns diesen weiteren Aspekten und den Inhalten zuwenden, sollten wir vielleicht doch einmal innehalten.
Ein Innehalten um einen möglichen Vergleich zur JetztZeit zu ziehen, aber auch um uns die Freiheit der Universialen Möglichkeit der Heinrich Schirmbeck FriedensUniversität eG als zukünftige Institution – nicht nur den Mitgliedern – sondern auch der gesamten Bevölkerung dieses Planeten mit auf den Weg geben könnte!

Eben das was in einem Facebook Beitrag vom 18.10.2017 einer der Initiatoren der Heinrich Schirmbeck FriedensUniversität eG mit „Wir müssen jedoch zuerst beginnen uns selbst zu organisieren“ beschrieb!